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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1899-01-01 · 3 (1899) Basel, 15 bis 18. August 1899 · p. Seite 148

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
3 (1899) Basel, 15 bis 18. August 1899
Date
1899-01-01
Page
Seite 148 (sequence 148)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
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— 148 — pflichtungen, welche sie auf sich genommen haben, erfüllen müssen. Manche meiner Collegen sagten mir, dass das vielleicht nach dem englischen Gesetze anders sei. Darum wende ich mich eben mit meiner Frage an den englischen Juristen, dem wir unser Vertrauen geschenkt haben. So handelt auch jeder von uns in seiner eigenen Privatangelegenheit. Wenn jemand ein Geschäft gründen will, wendet er sich an einen Juristen, und auf Grund der Rathschläge dieses Juristen geht er dann vor. Hier ist beantragt worden, den ersten Punkt der Statuten zu ändern. Ich will nicht gegen die Meinung der ganzen Versammlung oder, wie hier gesagt wurde, des ganzen Volkes sprechen. Gott behüte l Ich will nur meine eigene Meinung äussern und werde mich gewiss der Meinung anderer nicht widersetzen. Ich halte es jedoch für meine Pflicht, auch meine Anschauung zum Ausdruck zu bringen. Was mich anlangt, so bin ich persönlich vielleicht etwas zu conservativ. Ich finde7 dass Statuten nicht so leicht und nicht so schnell geändert werden sollen, dass es nicht richtig ist, bevor noch die Bank zu operieren angefangen hat, die Statuten sogleich zu ändern. Wenn es also von mir abhängen würde, so sage ich, wenn auch die Sache vom Actions-Comite ausgeht, dem ich ja selbst die Ehre habe anzugehören, dass ich gegen eine solche Aenderung bin, und zwar deshalb, weil ich das ganze nur als ein Wortspiel halte. Da viele mich nicht kennen, so möchte ich sagen: Gottseidank, ich geniesse in jenen Kreisen, wo ich lebe und prakticiere, ein gewisses Vertrauen. Wenn nun jemand zu mir kommt und verlangt, dass ich einen solchen Vertrag schliesse und mir sagt: Mein Herr, ich wünschte, dass nur in Syrien und Palästina colonisiert werden soll; ist die Fassung, die man mir hier vorschlägt, entsprechend oder nicht? so hätte ich ihm gesagt: Nach meiner Meinung als Jurist: Ja! Wenn ich mit einer Gegenpartei einen Vertrag abschliesse und der Partei die Erlaubnis gebe, das oder jenes zu machen, jedoch nur, nachdem ich gefragt worden bin und meine Erlaubnis hierzu gegeben habe, ohne meine Erlaubnis nicht, so genügt mir ein solcher Vertrag vollkommen. Denn es steht ja immer in meiner Hand, die Erlaubnis zu geben oder nicht. Die Statuten nun gehen dahin, dass, wenn der Aufsichtsrath seine Genehmigung geben will, auch anderswo colonisiert werden kann. Wer ist nun dieser Aufsichtsrath? Doch nur Sie, meine Herren. Es ist traurig, meine Herren, aber es ist so, dass jeder von uns vielleicht ein wenig unbescheiden ist und glaubt, nur er allein sei Zionist. Wir meinen, dass die künftige Generation vielleicht schon nicht mehr zionistisch gesinnt sein werde. Wenn man die Sache so pessimistisch betrachtet, dann wäre unsere Bewegung wahrhaftig nichts wert. Im Gegentheil, jeder von uns soll der festen Ueberzeugung sein, dass das ganze Volk, dass die künftige Generation auch nicht schlechter und nicht besser bezüglich des Zionismus sein werde, wie wir. Wie können wir eine solche Volksidee vertreten, wenn wir annehmen, dass bereits unsere Kinder schlechtere Zionisten sein werden und unser Werk zerstören werden. Ich sage Ihnen, meine Herren, sorgen Sie nur dafür, dass die Gründeractien" nur in gute Hände gerathen, in Ihre Hände, in die Hände jener Personen, welche Sie jährlich wählen sollen. Ich finde, dass der Vertrag uns sichert, möchte aber doch noch die Meinung des englischen Juristen darüber hören. Hier liegt der ganze Schwerpunkt der Angelegenheit und darauf müssen wir die ^anze Debatte concentrieren. Ich verstehe nicht die Meinung des Herrn Dr. Motzkin, dass, wenn man einer gewissen Anzahl von Personen die Leitung irgend einer Institution anvertraut, damit schon das demokratische Princip verletzt ist. Nein, meine Herren! Das demokratische Princip verlangt dies

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