Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 3 (1899) Basel, 15 bis 18. August 1899
- Date
- 1899-01-01
- Page
- Seite 147 (sequence 147)
- Language
- German, English, Hebrew
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— 147 — Es waren wohl Conferenzen, wir hatten aber noch nicht die Erläuterungen gehört, welche gestern gegeben wurden. Erst heute habe ich von Herrn Dr. Kohan-Bernstein eine Erklärung erhalten. Ich möchte also um eine kleine Pause bitten, damit wir eine Conferenz abhalten können. Del. Dr. Kohan-Bernstein (zur Geschäftsordnung): Wir haben noch Zeit, über die Einzelheiten uns zu besprechen. Ich glaube aber nicht, dass bei der jetzt herrschenden Aufregung eine Pause selbst von mehr als zehn Minuten uns zur Einigung führen könnte. Del. Dr. Belkowsky (zur Geschäftsordnung): Ich möchte Herrn S e f f in Erinnerung bringen, dass in einer soeben stattgehabten Conferenz der russischen Delegierten feste Beschlüsse darüber, wie sich die russischen Zionisten zu dem Berichte des Bank-Ausschusses zu verhalten haben, gefasst worden sind, und dass ich selbst beauftragt wurde, diese Beschlüsse dem Congresse vorzulegen. Es ist daher nicht nothwendig, •die Sitzung zu unterbrechen und wieder eine Conferenz abzuhalten. (Beifall.) Del. Dr. Jasinowsky (Warschau): Meine Damen und Herren! Ich spreche nicht im Namen des Volkes, ich spreche auch nicht im Namen einer Gruppe, da ich dazu kein Recht habe, sondern ich spreche nur meine eigene Meinung aus, die in meiner Ueberzeugung begründet ist. Auf dem vorigen Congresse sind wir alle hier zu dem Entschlüsse gekommen, einen Finanzapparat zu schaffen, welcher zionistischen Zwecken dienen soll. Ich glaube also, meine Herren, dass die erste Frage, die uns alle hier interessieren soll, die ist, eine Bank zu schaffen, die in ihrem Besitze auch Geld hat. Es wurde hier viel gesprochen, aber hiervon nicht eine Silbe. Wenn wir eine solche Geldmacht haben wollen, dann müssen wir das Zutrauen des ganzen jüdischen Volkes erlangen, nicht nur der Zionisten. Ich selbst bin der festen Ueberzeugung, dass in kurzer Zeit das ganze jüdische Volk auch zionistisch denken wird. (Beifall.) Wenn wir von diesem Momente sprechen, müssen wir dafür sorgen, dass, was die Bank anlangt, als eine Geschäftsinstitution, auch das ganze jüdische Volk, welcher Schattierung es sein soll, Sympathie und Vertrauen der Bank ■ schenken soll. Solche Sympathie können wir uns aber nur erwerben, .wenn wir Zionisten unseren Institutionen und unseren Organen selbst vertrauen. Wie können wir von der Welt verlangen, dass man uns Geld anvertraue, wenn wir hier — es handelt sich darum, dass der Aufsichtsrath die Macht in Händen habe — irgendwelchen Zweifeln Ausdruck geben. (iVnhaltender Beifall und Händeklatschen.) Meine Herren! Es sind sehr viele Statutenänderungen beantragt worden. Ich, meine Herren, als praktischer Jurist, finde, dass es sich um Kleinigkeiten, um gewisse Haarspaltereien handelt, die uns keineswegs das Bestehen der Institution sichern werden. Richtig oder vollkommen sichern können uns nur die Gründeractien. Wenn wir die Sache in der Weise ordnen, dass die Macht in den Händen eines Organes liegen wird, dann können wir Zionisten der Institution Vertrauen schenken, dann sind wir sicher. Alle anderen Formalitäten sind nichtig. Da ich mich nicht unterstehen kann, Fragen zu entscheiden, welche auf dem englischen Gesetze basieren, muss ich mich an den englischen Juristen wenden, und bitte ergebenst, mir die Erklärung zu .geben, ob der sogenannte Vertrag, der registriert worden ist, uns nach den englischen Gesetzen genügende Sicherheit bietet, ob er nicht gebrochen werden kann, ob die Herren auch wirklich alle Ver- 10*