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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1899-01-01 · 3 (1899) Basel, 15 bis 18. August 1899 · p. Seite 145

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
3 (1899) Basel, 15 bis 18. August 1899
Date
1899-01-01
Page
Seite 145 (sequence 145)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
…/3476254-3476260--0954-3477089
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— 145 — wird. Denn dass dieses Princip dadurch verletzt wird, unterliegt keinem Zweifel. Nur dürfte mancher glauben, dass es opportun sei, demokratische Principien zu verletzen, um das Ziel des Zionismus zu erreichen. Ich behaupte, das wäre das Inopportunste, was man thun könnte. Man würde dadurch von vorneherein grosse Theile der Juden Verstössen und den Gegnern eine Waffe in die Hand geben, gegen die schwer aufzukommen wäre. Welche Vortheile hätten wir denn von dieser Einrichtung? Wir können ja auf jedem Congresse diese Personen, die unser Vertrauen haben, nominieren, und wenn einmal ein Congress vielleicht nicht zionistisch ist, so ist auch das Actions - Comite in den Händen solcher nichtzionistischer Gruppen, und die Gefahr, der man angeblich durch diese Einrichtung vorbeugen will, würde dadurch nicht verhindert werden. Wir gewinnen dadurch also nichts, verlieren dadurch aber sehr viel. Zunächst unser Princip, die Möglichkeit der Verantwortlichkeit in Bezug auf 20 Personen von 100, die wir wählen, und weiter die Möglichkeit, unter diesen Verhältnissen derart zu agitieren, wie wir agitieren müssten., Meine Damen und Herren! Wir sind gerade in diesem Punkte von mancher Seite in der letzten Zeit mit derartigem Schmutze bekämpft worden, dass die Agitation uns ausserordentlich schwer fiel, und wenn wir, nachdem wir versprochen haben, der III. Congress wird das ändern, doch dabei bleiben, wird es noch schwerer gehen. Werden denn die Herren, wenn die Actien ihnen nur temporär verliehen werden, etwa sagen, wir können nun nicht mehr mit derselben gehobenen Stimmung, mit demselben Herzen für die Sache eintreten? Wohl schwerlich! Es wird wohl jeder sagen, ich habe hinreichendes Vertrauen zu unserem Congresse, der sich schon zum drittenmale als zionistisch bewährt hat. Aber das kann ich mit Bestimmtheit sagen, dass ein grosser Theil von uns mit schwerem Herzen und vielleicht ein Theil von uns überhaupt nicht mehr in der Lage sein wird, zu agitieren, wenn ein derartiges demokratisches Princip verletzt werden würde (Lebhafte Zustimmung), ohne irgendwelchen Vorth eil zu erzielen. Meine Damen und Herren! Ohne diesen Personen nahe zu treten, ich bezweifle es gar nicht, class sie für die Colonialbank sehr viel gethan haben, aber wenn wir zum Volke kommen und sagen würden, es sind da zwei oder drei populäre Männer, die von den 100 Stimmen 7 auf Lebzeiten erhalten, so würde das Volk das verstehen und nichts dagegen haben. Aber wir kommen nur mit Personen, die wohl Achtung verdienen, aber die nicht derartige historische Charaktere sind, wie wir sie für unsere Bewegung brauchen. Drücken wir daher unsere Dankbarkeit in anderer Form aus. Eigentlich hätte ich gewünscht, class wir derartige lebenslängliche Rechte nicht gewähren, damit nicht ein Präcedenzfall für andere Fälle in den nächsten Jahren geschaffen wird. (Lebhafter Beifall.) Es glauben aber verschiedene Personen in dieser Versammlung hier, dass dieses Princip noch nicht reif genug ist, um einen Beschluss darüber zu fassen. Deshalb schliessen Sie sich wenigstens dem Antrage an, dass bis zum nächsten Jahre, bis zur endgiltigen Entscheidung über dieses Princip, keine Gründeractien vertheilt werden, sondern diese einzig und allein dem Actions-Comite angehören sollen. (Lebhafter Beifall und Hände- Matschen.) Vors. Dr. Herzl: Meine Damen und Herren! Herr Motzkin schenkt den Directoren der Colonialbank Vertrauen, aber er will das Pulver trocken halten. Er hat sich auf das demokratische Princip berufen, das er hochhalten will, und deshalb sollen den Herren die Gründer- 10

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