Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 3 (1899) Basel, 15 bis 18. August 1899
- Date
- 1899-01-01
- Page
- Seite 101 (sequence 101)
- Language
- German, English, Hebrew
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— 101 — Del. Leon Zolotkoff (Chicago): Meine Damen und Herren! Ich schicke meinen kurzen Bemerkungen die Erklärung voraus, dass ich keine Klage oder Beschwerde gegen das Aetions-Comite vorzubringen habe, trotzdem ich mich durch diese Erklärung der Gefahr aussetze, als ausser Ordnung erklärt zu werden. Ich weiss nicht, ob ich mich darüber zu freuen oder zu ärgern habe, aber ich muss zu meinem Leidwesen gestehen, dass ich den grössten Theil der Differenzen und Beschwerden, die hier zum Ausdrucke gekommen sind, nicht zu würdigen weiss. Vielleicht habe ich es dem Umstände zu verdanken, dass ich aus dem fernen Amerika hierher gekommen bin; aus der schönen Ferne erscheinen uns alle .Zionisten ohne Ausnahme als Glieder einer grossen zielbewussten Armee, die unter competenter Leitung vorwärts geht, um ein- und dasselbe Ziel zu erstreben. Angesichts dieses grossen Zieles erscheinen uns Amerikanern alle Meinungsverschiedenheiten und Kriteleien als unbedeutend. (Lebhafter Beifall.) Was ich hier wünsche, ist nur eine kleine Berichtigung und Ergänzung zu dem ausgezeichneten Berichte des Herrn Prof. Gottheil über amerikanische Verhältnisse. Ich halte eine solche Ergänzung und Berichtigung für nothw endig, da Herr Prof. Gottheil an den Congress die Forderung gestellt hat, man möge ihn ermächtigen „autoritativ sozusagen", die Federation der amerikanischen Zionisten als die alleinseligmachende und einzig bestehende Organisation für alle Vereinigten Staaten zu erklären, so dass es von der amerikanischen Federation abhängen soll, ob ein anderer Verein, der der Federation sich nicht anschüessen will, bestehen kann oder nicht. Es ist hier von einem der Herren Vorredner aus Russland der Befürchtung Ausdruck gegeben worden, dass die Sammlung der Schkolim von Leuten, die nicht zum Zionismus sich bekennen, einen ungünstigen Einfluss auf die allgemeine Bewegung ausüben kann. In Amerika haben wir keine Ursache, solche Befürchtungen zu hegen. (Beifall.) Dort sind die Leute praktischer. Wohl können Sie dort Zionisten finden, die aus irgendeinem Grunde den Schekel entweder nicht zahlen wollen oder nicht zahlen können. Aber Sie können sich verlassen, dass Sie keinen Nichtzionisten finden werden, der einen Schekel zahlt. (Heiterkeit.) Wenn wir zionistische Agitatoren einen zum Zionismus bekehren wollen und ihn bewogen haben, den Schekel zu entrichten, so ist dies der beste Beweis, dass wir seine Seele gerührt haben. Unseren Brüdern in Russland sind sehr viele Umstände behilflich für die zionistische Sache zu arbeiten.? Als ich im vorigen Jahre vom Baseler Congresse nach Chicago zurückkehrte und einer grossen Versammlung unserer Gesinnungsgenossen meinen Bericht vorlegte, da wurde die Lage in Amerika auseinandergesetzt Im allgemeinen ist das russische Judenthum in Amerika keine homogene, sondern eine durch die Hand des Schicksals aus aller Herren Länder zusammengewürfelte Masse, die nicht den Charakter einer Gemeinde repräsentiert. Es gibt überhaupt nicht zuviel Organisationen unter dem amerikanischen Judenthume. Vors. Dr. Gaster: Ihre Zeit ist um. (Heiterkeit.) Del. Zolotkow: Ich bin fertig. DeL Tepper (spricht russisch). Dr. Tschlenow (übersetzt): Der Herr Redner hat zwei Fragen berührt. Die erste Frage betrifft den § 3 des Bankstatutes, worüber heute