Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 3 (1899) Basel, 15 bis 18. August 1899
- Date
- 1899-01-01
- Page
- Seite 100 (sequence 100)
- Language
- German, English, Hebrew
- Belongs to
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— 100 — Gesammtzahl der Schkolim von 114.000 entfallen auf uns 82.000, die Zahl der Actien — im ganzen 300.000 — beträgt bei uns 200.000. In dieser Hinsicht wird überall friedlich und gut gearbeitet, sodass wir nicht sagen können, dass wir unsere Zahlen wegen irgend etwas verheimlichen sollen. Wir können sie auch offen mittheilen. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Del. Josef Seff (spricht russisch). * Schriftf. Dr. Kohan-Bernstein : Herr Seff ist darauf zurückgekommeny dass einige Redner an Dr. Herzl Kritik geübt haben. Er glaubt, dass jetzt eigentlich doch noch nicht die Zeit gekommen ist, dass man die ganze Thätigkeit und die ganze Grösse seiner Person kritisieren kann. Dazu werde noch die Zeit kommen. Dr. Herzl verdiene es, dass wir alle zusammen ihm jedenfalls unser vollstes Vertrauen aussprechen (Lebhafter Beifall.) DeL Dr. Kornhäuser: Ich verzichte. Del. Tschlenow: Sehr geehrte Damen und Ferren! Ich habe mit der grössten Spannung die glänzende Rede des Herrn Präsidenten Dr. Herzl gehört, die ein Meisterstück ist, finde mich aber doch genöthigt, einige Worte auf diese Rede, soweit sie meine früheren Bemerkungen betrifft, zu erwidern. Herr Dr. Herzl hat bezüglich der Culturbestrebungen des Zionismus gefragt: Was ist das? Ich wundere mich darüber nicht, dass diese Frage am III. Congresse auftaucht. Denn im Laufe der Jahre haben solche Verwirrungen darin stattgefunden, dass man heute den Begriff schwer präcisieren kann und mit einigem Schrecken diese Worte im zionistischen Lager spricht. Aber ich habe erwartet, dass uns Herr Dr. Herzl auf diese Frage die Antwort geben wird, die officiell am IL Congresse von uns genehmigt wurde. Da will ich Ihnen Folgendes sagen. Diese Frage höre ich von unserem Herrn Präsidenten nicht zum erstenmale. Im Jänner hat Herr Dr. Herzl dieselbe Frage gestellt: Sagen Sie, was ist das die „Culturbestrebung?" Ich weiss es noch immer nicht. Wenn darunter, fuhr er fort, Sprache, Geschichte und Literatur verstanden werden, dann bin ich damit einverstanden. Wenn Sie aber auf die religiösen Beziehungen wirken wollen, so ist das gefährlich. Der Herr Secretär Schalit wird mir bestätigen, dass wir Manifeste ausgearbeitet haben im Namen des Actions-Comites, in welchen gesagt wurde, dass wir unter Cultur Sprache, Geschichte und Literatur verstehen. Am I. Congress haben wir Folgendes gesagt: Der Zionismus strebt die Stärkung des jüdischen Volksbewusstseins an. Wir bestehen also auf Sprache, Geschichte und Literatur, Volksgefühl und Volksbewusstsein. An diesen Errungenschaften müssen wir festhalten. Was die Religion betrifft, so denke ich, dass ich mich nie so glänzend darüber aussprechen könnte, wie Herr Dr. Gaster am vorigen Congress. Also es sollen nicht religiöse Fragen behandelt werden, sondern Sprache, Geschichte, Literatur, Volksgefühl und Volksbewusstsein. Ich will nicht sagen, dass der Congress sich mit detaillierten Fragen beschäftigen soll. Er. soll an den principiellen Anschauungen des ersten und zweiten Congresses festhalten und nicht neue Bahnen einschlagen. Vors. Dr. Gaster: Ich erlaube mir mitzutheilen, dass die Herren des Finanzausschusses ersucht werden, sofort im Präsidialzimmer zusammen zu kommen, um die Berathungen zu Ende zu bringen. Die Mitglieder des Organisations-Ausschusses werden gebeten, sich um 8% Uhr zu versammeln.