Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 3 (1899) Basel, 15 bis 18. August 1899
- Date
- 1899-01-01
- Page
- Seite 99 (sequence 99)
- Language
- German, English, Hebrew
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— 99 — Vors. Dr. Gaster: Meine Herren! Wenn Sie alle reden, so hören wir einander nicht und die Geschäftsordnung kann nicht einfach aus dem Aermel geschüttelt werden. Sie haben für die Fünfminutenzeit gestimmt und ich führe einfach Ihren Beschluss aus. (Unterbrechung.) Unterbrechen Sie mich nicht! Wenn Sie aber wünschen, dass der Herr .Redner mehr als fünf Minuten sprechen soll, so füge ich mich dem Wunsche der Versammlung. Aber Ordnung muss sein. Ich werde daher die Abstimmung vornehmen und ersuche jene Damen und Herren, welche dafür sind, dass dem Herrn Redner eine grössere Frist eingeräumt werde, die Hand zu erheben. (Geschieht.) Ich bitte um die Gegenprobe* Der Antrag auf Verlängerung der Frist wurde angenommen. Herr Dr. Bruck sprechen Sie weiter! (Stürmischer BeifalL und Händeklatschen. Del. Dr. Bruck setzt russisch fort.) Vors. Dr. Gaster (nach einiger Zeit): Die Zeit ist um. Es gelangt zum Worte Herr Dr. Seff. (Stürmische Rufe: Fortsetzen! fortsetzen! — Gegenrufe : Schluss!) Vors. Dr. Gaster: Meine Herren! Wir wollen uns doch verstehen. Wollen wir hier ein Parlament oder wollen wir die Anarchie hier haben? (Stürmische Rufe: Ein Parlament!) Dann soll es ein Parlament sein und wird es ein Parlament sein. Herr Dr. Bruck! Sie sprechen noch eine Minute!j Del. Dr. Bruck (schliesst seine Rede in russischer Sprache). Schriftf. Dr. Kohan-Bernstein: Dr. Bruck als Actions-Comitemitglied erbat sich das Wort, um zu erklären, class er bei unserer ganzen Bewegung als einer demokratischen von Beginn an nicht gut gesehen hat, dass diese demokratischen Principien ganz strenge durchgeführt werden. (Lebhafter Beifall.) Er glaubt, dass die ganze Kraft eigentlich im Osten ist, weil dort unser Volk sich befindet, welches bewiesen hat, dass es auf seinem eigenen Rücken alle bösen Schicksalsschläge ertragen hat. Wer hofft, dass unsere Kraft im Volke ist und dass unsere Bewegung vorwärts rückt, wenn das Volksganze ihr beistehen wird, muss zugeben, dass die ganze zukünftige Kraft, nicht wie Herr Steiner behauptet hat, im Westen, sondern nur im Osten ist. Weiter meint er auf die Interpellation, die an Dr. Herzl wegen der Mitglieder des grossen Actions-Comites gestellt wurde, class sie oft nicht berücksichtigt und zur Berathung der Fragen nicht aufgerufen wurden, dass die russischen Mitglieder wohl Circulare unbestimmten Inhalts bekommen haben, wenn es z. B. galt, Schekel zu sammeln, zu subscribieren u. s. w., wenn es aber galt, Fragen zu berathen, welche alle Länder betrafen, habe man sie nicht befragt, sondern ihnen Instructionen geschickt. Und wie schwer es ist, Instructionen auszuführen, kann nur wissen, wer in unserem Lande wohnt. Daraus folgt Folgendes: Wir haben ein facultatives Wahlrecht für das Volk geschaffen. Es wurde behauptet, dass 100 Sehekelzahler eine Stimme haben, also einen Delegierten schicken können. Wenn aber eine Stadt weniger als 100 hat, hat sie doch das Recht, einen Delegierten zu schicken. Uns hat man Circulare geschickt, dass sie in einem solchen Falle nicht berechtigt ist. Viele Städte haben sich nun an den Vorsteher des Rayons gewendet, und dieser hat gesagt: Leider haM^hj^^egT^s^ Recht. Sie mussten sich fügen, und das ist die Ursachey^d^^ viei# £ \ Delegierte nicht eingetragen und nicht angekommen sind./ s^" "*^\ '^A So wird es auch sein, wenn man sich mit den iian.de'sorgani- \ q * sationen nicht berathen wird und ihnen nur Instructionen/ zur Ausrr führung schickt. j f:? l u Zum Schlüsse hat Dr. Bruck bezüglich unserer Kräpe*. niitgetheilt, I dass in diesem Jahre 818 Vereine 373 Vereinen im Vorjahre^fegenüber- / (* standen (Lebhafter Beifall und Händeklatschen), in 670 Städten. Von der 1*\J x & /