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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1899-01-01 · 3 (1899) Basel, 15 bis 18. August 1899 · p. Seite 94

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
3 (1899) Basel, 15 bis 18. August 1899
Date
1899-01-01
Page
Seite 94 (sequence 94)
Language
German, English, Hebrew
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— 94 — beweist, dass diese Herren schon damals hätten von der Tagesordnung abgeschafft werden sollen! Noch weiter! Auf meiner Reise nach Palästina habe ich zufälligerweise auf dem Schiffe die sogenannten Colonisten der Colonie Machnaim persönlich kennen gelernt. Es waren sieben Männer, von denen zwei das Zeichen einer schweren Krankheit oder einer Erschlaffung der Kräfte an sich trugen. Von diesen sieben Männern, welche diese berühmte Colonie gründen sollten, ist ein einziger sichtbar kräftig genug gewesen, um den Strapazen der ländlichen Arbeit überhaupt gewachsen zu sein. Auf meine Frage, wie die Herren sich der Landarbeit widmen wollen, erwiderte mir der eine: „Man muss sich doch nicht in der Colonie mit Motike, d. h. wie man mir mittheilte, mit Spatenarbeit, beschäftigen." Ich frug, ob sie sicher seien, dass sie in Palästina Einlass bekommen werden, und sie nannten mir den Namen desjenigen Herrn, auf den sie sich behufs des Einlasses berufen würden. Vors. Dr. Herz!: Ich mache den Herrn Redner darauf aufmerksam, dass die Zeit beinahe vorüber ist. Del. Dr. Isidor Marmorek: Ich glaube, die Sache ist so wichtig, dass man dem Herrn Redner die Zeit gewähren sollte. (Rufe: Fortsetzen!) Del. York-Steiner: Ich habe mich 12 Tage in Aegypten aufgehalten und fuhr nach Palästina. Meine erste Frage dort war nach den Colonisten von Machnaim. Man kannte sie dort nicht. Ich telegraphierte nach zwei Hafenstädten und erhielt die Antwort, dass sie nicht angelangt waren. Da endlich erfahre ich in Jaffa, dass man diese armseligen Menschen bei Nacht und Nebel landen musste, dass sie aus Furcht und Angst krank wurden, und dass man sie in einem gefährlichen Segelboote irgendwo endlich ausgeschifft habe. Das war der Beginn der Colonie Machnaim, die thatsächlich gar nicht existiert.- Ich habe nun von Herrn Dr. Herzl verlangt, dass er mir gestatte, das, was .ich gesehen und erlebt habe, in meinem Reiseberichte auszuführen. Dr. Herzl hat den Fehler begangen, aus Schonung für die Leute, mir Schweigen zu gebieten, und darum sage ich zum erstenmale im Leben: Dr. Theodor Herzl hat bitter unrecht gethan, diese Leute zu schonen, die nur die Gelegenheit abwarten, um ihm von hinten in den Rücken zu fallen. (Lebhafte Rufe: Schluss!) Del. Dr. Isidor Marmorek: Wir kennen die Verhältnisse nicht; wir sind neugierig zu erfahren, um was es sich handelt. Del. York-Steiner: Meine Herren! Ich werde reden. (Lebhafte Schlussrufe!) Ich komme jetzt zum eigentlichen Rechenschaftsbericht. (Erneuerte Schiassrufe.) Ich werde reden! (Rufe: Schluss!— Gegenrufe: Fortsetzen!) Vors. Dr. Mandelstamm: Wer dafür ist, dass Herr York-Steiner seine Rede fortsetze, den bitte ich die Hand zu erheben. (Geschieht.) Ich bitte um die Gegenprobe. (Nach einer Pause.) Angenommen. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Del. York-Steiner: Nun, meine Herren, ich mache mich Ihres Vertrauens würdig, ich setze diese Herren endgiltig von der Tagesordnung des Zionistencongresses ab. (Lebhafter Beifall.) Es wurde hier kritisiert, wie die Agitation vom Comite' unterstützt oder nicht unterstützt wird, und darauf möchte ich rein sachlich folgendes bemerken: Nach meiner festen Ueberzeugung muss jedes Land in der Hauptsache die Arbeit für sich allein machen. Nur sehr armselige und ich möchte fast sagen, absterbende Gemeinden sind es gewöhnlich oder hie und da, die von ungewöhnlichen Unglücksfällen betroffen sind,

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