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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1899-01-01 · 3 (1899) Basel, 15 bis 18. August 1899 · p. Seite 92

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
3 (1899) Basel, 15 bis 18. August 1899
Date
1899-01-01
Page
Seite 92 (sequence 92)
Language
German, English, Hebrew
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unsere Kinder. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Wir arbeiten für unsere herrliche Vergangenheit, wir arbeiten daran, unsere gegenwärtige Lage zu verbessern, wir arbeiten zu dem Zwecke, dass unsere Kinder und Enkel wenigstens ein glückliches nationales Leben führen sollen, und wenn jemand für sich und seine Familie arbeitet, so darf er nicht auf Dank Anspruch erheben. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Meiner Ansicht nach, und ich glaube damit der Ansicht aller meiner Schwester- und Brüderdelegierten Ausdruck zu geben, hat das Actions-Comite nur seine edle Anschauung bewiesen, dass es keiner Landesgruppe oder keinem Führer einen besonderen Dank oder eine besondere Anerkennung zum Ausdrucke gebracht hat. Denn damit hat das Actions-Comite gezeigt, was alle Zionisten von dem Comite erwarteten, dass das Actions-Comite uns als Zionisten zumuthet, dass wir unsere Pflicht thun, ohne auf irgend einen Dank zu reflectieren. Ich kann sagen, Dank würde uns nur verletzen. Nur. diese wenigen Worte hatte ich auf den Wunsch des Doctor und. Rabbiner Niemerower zu erwidern. Vors. Dr. Mandetstamm : Ich mache den Herrn Redner aufmerksam, dass seine 5 Minuten um sind. Del. Aschkenasi (fortfahrend) : Was die Bemerkung des Delegierten aus Galizien anlangt, der sich darüber beklagt, dass das Actions-Comite für Galizien so wenig geleistet hat, so bitte ich die Herren, nicht zu vergessen, dass das Actions-Comite mit allen fünf Welttheilen in Verbindung steht, mit tausend verschiedenen Stellen, und dass andererseits die materiellen Mittel, welche dem Actions-Comite zur Verfügung stehen, kaum. 6000 Pf. St. betragen. Mit Rücksicht auf die kleine Summe ist von Seiten des Actions-Comites wirklich Riesiges geleistet worden, und wir können uns nicht nur nicht beklagen, sondern müssen volle Anerkennung demselben aussprechen. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Auf die Worte des Herrn Del. Dr. Motzkin, der unseren hochverehrten Führer und Präsidenten Dr. Herzl ein wenig deshalb kritisierte, weil in seiner Londoner Rede sich Sätze gefunden hätten, welche unserem Volke etwas vor Augen halten könnten, was ihm nicht gegeben werden kann, woraus Herr Dr. M o t z kin die Befürchtung schloss, dass die Bewegung nachlassen könnte, habe ich folgendes zu sagen: Wenn man unser jüdisches Volk genau kennt, so wird man die Sache ganz anders beurtheilen, und ich bin überzeugt, dass eine solche Vorhersage nicht nur keinen Schaden bringen könnte, sondern von dem grössten Nutzen ist. Wenn auch Dr. Herzl im Enthusiasmus manchmal vielleicht mehr gesagt hat, als er hätte sagen sollen, so vergessen Sie, meine Theuren, nicht, dass Dr. Herzl für das jüdische Volk, für unsere Brüder und Schwestern, gesprochen hat. Und wer unser Volk genau kennt, weiss, dass wir schon 2000 Jahre am Ende des Versöhnungstages rufen: ."D^ariTa naan rwS„ (Andauernder Beifall und Händeklatschen.) Und doch, meine Theuren, hat der Enthusiasmus nicht nachgelassen, obwohl wir sehen, dass 2000 Jahre vorübergegangen sind. (Erneuerter Beifall und Händeklatschen.) Und warum, meine Lieben? Ich will es Ihnen sagen. Weil unser Volk fest überzeugt ist, dass es eine gerechte und humane Sache ist, für das es kämpft und leidet, und dass endlich einmal eine Erlösung schlagen muss und schlagen wird, wenn nicht in einem, in zehn oder in hundert Jahren, so doch einmal, und wenn 10 Jahre vorüber gehen und die Hoffnung des Volkes noch nicht in Erfüllung gegangen ist, so steigert sich nur unsere Hoffnung, weil wir uns ja doch unserem Ziele nähern. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.)

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