Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 3 (1899) Basel, 15 bis 18. August 1899
- Date
- 1899-01-01
- Page
- Seite 90 (sequence 90)
- Language
- German, English, Hebrew
- Belongs to
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— 90 — Ingenieur Kessler-Transvaal: Meine Damen und Herren! Ich glaube^ dass das Material, das in einer allgemeinen Berathung zu discutieren war, so ziemlich von den Herren Vorrednern besprochen wurde. Es ist von unserem Herrn Präsidenten darauf hingewiesen worden,, dass die Landesvereine nicht die genügende Statistik geliefert habenr um dem Actions-Comite zu ermöglichen, einen Bericht zu veröffentlichen. Soweit Südafrika in Betracht kommt, liegt der Grund darin, dass wir nicht in der Lage waren, von der Aufforderung des Comites. Kenntnis zu nehmen und derselben infolge dessen auch nicht folgen konnten. Ich will Ihnen im kurzen einige Daten über die Transvaal- Bewegung geben, soweit ich mir dieselben zusammenstellen konnte. Die Begeisterung, welche vom ersten Congresse ausgieng, veranlasste zuerst die Gründung eines Vereines in Johannesburg. Dieser nahm die weitere Agitation in die Hand, und insbesondere machte sich um die Sache mein Codelegierter Lenox Löwe verdient, sowie die Herren Heymann, Morris und A. Dirweik. (Beifall.) Naturgemäss musste die Bewegung unter uns, unabhängig von der Bewegung in Europa, sich entwickeln und wird dies auch in Zukunft der Fall sein müssen. Es freut mich, berichten zu können, dass die Resultate zufriedenstellender Natur sind; während wir im ersten Jahre des Bestehens nur 800 zionistische Mitglieder zählten, ist die Zahl in diesem Jahre auf 1800 gestiegen. Es wird Sie ferner interessieren, zu hören, dass bei uns 7000 bis 8000 Bankactien gezeichnet worden sind. (Lebhafter Beifall.) Auf den ersten Blick erscheint diese Zahl nicht besonders gross; aber ich bitte zu berücksichtigen, dass die gesammte jüdische Bevölkerung von Transvaal nur auf 10.000 geschätzt wird. Eine eigentliche Statistik existiert, bei uns nicht. Diese Thatsachen werden immerhin den Beweis liefern, dass selbst im prosaischen Südafrika die Juden ihre Ideale bewahrt haben. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Anderseits möchte ich darauf hinweisen, dass die Juden in Südafrika praktische Leute sind. Sie wollen wissen, was mit ihren Schekelgeldern geschieht, und ich muss den Bemerkungen, welche die Delegierten Englands und der Vereinigten Staaten machten, mich anschliessen,. dass die Informationen, welche wir bekommen haben, mangelhafter Natur sind. Ich will nach den Ausführungen des Herrn Präsidenten keinen Tadel aussprechen. Ich weiss, ich habe mich auch überzeugen können, dass das Comite in Wien Ausserordentliches geleistet hat und dass wir demselben zum Danke verpflichtet sind für seine Bemühungen im Interesse der allgemeinen Bewegung. Ich möchte aber anderseits darauf aufmerksam machen, dass es von ausserordentlicher Wichtigkeit ist, dass die Organisation in Zukunft besser gehandhabt und dass wir besser