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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1899-01-01 · 3 (1899) Basel, 15 bis 18. August 1899 · p. Seite 87

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
3 (1899) Basel, 15 bis 18. August 1899
Date
1899-01-01
Page
Seite 87 (sequence 87)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
…/3476254-3476260--0896-3477031
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— 87 — Unser Congress bildet noch keine juristisch anerkannte Körperschaft und wird sich auch zu einer solchen niemals gestalten, wenn wir zur Erreichung dieses Zweckes nicht unsere ganze Thätigkeit aufbieten werden. Ich schlage vor, aus der Mitte des Congresses eine Deputation zu wählen, welche sich alle Mühe geben soll, bei den europäischen Höfen empfangen zu werden. Unser russischer Kaiser, der Kaiser der Friedensconferenz, welche soeben im Namen des Friedens berufen worden ist, wird es, glaube ich, nicht ablehnen, gleichzeitig mit anderen Mächten eine solche Deputation zu empfangen. Ist dies einmal der Fall, so wird es uns russischen Zionisten ein Leichtes sein, Millionen treu ergebener Zionisten mit einemmale zu erwerben. Der erste zionistische Congress verkündete das gesetzlich besimmte und anerkannte Princip der Gründung einer öffentlichrechtlich gesicherten jüdischen Gemeinde in Palästina, der Congress muss auch das Princip einer offenbaren, von der Regierung anerkannten Entwicklung des Zionismus verkünden. Wenn der Versuch, eine Deputation an die europäischen Höfe zu senden, scheitert, so erleidet der Zionismus dadurch keinen Nachtheil. Wir werden diesen Versuch bei günstiger Gelegenheit erneuern. Wenn die jüdische Deputation von einigen europäischen Mächten empfangen wird, so wird sie auch am türkischen Hofe empfangen werden. Vors. Dr. Mandelstamm: Meine Damen und Herren! Ich kann Ihnen die Mittheilung machen, dass die Loge der Makkabäer in London, eine der vornehmsten Logen, uns zum III. Congresse begrüsst. (Jubelnder Beifall.) Selbstverständlich nehmen wir diese Begrüssung mit grosser Genugthuung entgegen. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Das Wort hat der Del. Belkowski. (Nach einer Pause.) Da derselbe nicht anwesend ist, verliert er das Wort. Ich ertheile dem Herrn Del. Herbst das Wort. Del. Herbst-Bulgarien : Meine Herren! Ich verfüge über zwei Kräfte nicht, um hier Reden halten zu können. Die erste Kraft wäre die Beherrschung der deutschen Sprache, und die zweite Kraft wäre eine gesunde Kehle. Ich werde also nur das sagen, was am nöthigsten ist, um ein klares Bild von dem zu machen, was ich bei mir zuhause meinen Wählern zu sagen habe. Ich will nicht, wie andere es gethan haben, einen Ergänzungsbericht, einen Specialbericht über die Thätigkeit der Zionisten in Bulgarien geben, ich will die Thätigkeit niemandes hervorheben, weil es die Pflicht eines jeden Juden ist, das zu thun, was er seinem Volke schuldet, ohne sich dessen zu rühmen (Stürmischer Beifall), und ich glaube, dass gar so viel für das Judenthum im Verlaufe der drei Jahre, seit wir hierher kommen, noch nicht gethan worden ist, als dass wir schon von jetzt an bei Lebzeiten diesen Leuten kolossale historische Monumente aufstellen sollten. (Sehr gut!)

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