Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 3 (1899) Basel, 15 bis 18. August 1899
- Date
- 1899-01-01
- Page
- Seite 71 (sequence 71)
- Language
- German, English, Hebrew
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— 71 — ^anderen Mitglieder des Acticms - Comites, dass dieselben alle gleichberechtigt sein sollen. Schon das Vertrauen, welches Herr Dr. Herzl, der unsere Bewegung in ein derartiges Fahrwasser geleitet hat, geniesst, würde ihm zweifellos ein Uebergewicht schaffen, aber das Uebergewicht muss ganz legal sein, und diese Legalität müssen wir in allen Dingen durchführen, sonst können wir nicht so agitieren, wie wir es möchten, um unser ganzes Leben für die Sache hinzugeben. (Stürmischer Beifall und Händeklatschen.) Vors. Dr. IWandelstamm : Herr Dr. Herzl hat das Wort. (Stürmischer Beifall und Händeklatschen im Saale und auf der Gallerie. — Die Versammlung erhebt sich.) Del. Dr. Herzl: Bevor ich in die Debatte eingreife, bemerke ich, dass ich so viel Zeit in Anspruch nehmen muss, als diu anderen Herren zusammen, da ich jedem zu antworten habe. Das ist auch eine Art Diktatur, aber ich müsste sonst mangelhaft sein und die Herren würden sich wieder beklagen, dass ich nicht Rede und Antwort stehe. (Rufe: Bitte die Redezeit auszudehnen). Ich werde eben aufhören, sobald ich merke, class Sie mich nicht mehr hören wollen. Ich interveniere jetzt nicht in der Debatte, um dieselbe abzuschneiden. Ich möchte auch den folgenden Rednern, die wahrscheinlich noch andere Beschwerden vorzubiingen haben, die Gelegenheit hierzu nicht entziehen. Aber nach der Rede des Herrn Motzkin halte ich es für nothwendig, diesen kleinen Einschnitt zu machen und ich werde versuchen, so weit ich es kann, die bisher vorgebrachten Vorwürfe zu widerlegen. Die Bemerkungen der verehrten Herren Redner haben einen gemeinschaftlichen Grundzug. Derselbe ist sowohl von Mr. Greenberg, wie von Herrn Dr. Menczel und Prof. Gottheil, zum Theile auch von Herrn Schlaposchnikow und Dr. Weizmann voi gebracht worden. Es ist der Vorwurf, dass das Actions-Gomite sich nicht in genügender Verbindung halte mit den Länder-Comites. Herr Dr. Menczel hat gefunden, dass das galizische Comite oder Galizien überhaupt eine stiefmütterliche Behandlung erfahren hat. Die Situation in Galizien ist Ihnen ja allen bekannt, zum Theü aus den gegnerischen Blättern, welche in diesen Schwierigkeiten bis an die Knie waten. Die oppositionelle Haltung einiger Herren, die auf diesem Gongresse nicht anwesend sind und deren Verhalten zu kritisieren ich mir infolgedessen eine grosse Reserve auferlegen muss, weil ich gegen Abwesende nicht polemisieren will — die Haltung dieser Herren hat es uns thatsächlich unmöglich gemacht, mit unseren galizischen Parteigenossen zu arbeiten. Auf der einen Seite haben diese Herren ihre Thätigkeit damit begonnen, class sie unsere Unterstützung verlangt haben. Und wenn ich diese malerischen Details hier vorbringen soll, so bemerke ich,