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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1899-01-01 · 3 (1899) Basel, 15 bis 18. August 1899 · p. Seite 70

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
3 (1899) Basel, 15 bis 18. August 1899
Date
1899-01-01
Page
Seite 70 (sequence 70)
Language
German, English, Hebrew
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- 70 — hutsamer sein. Wir werden dadurch mehr für den Zionismus schaffen, wir werden dann mit vollem Herzen arbeiten können und nicht mit gebrochenem, wie dies in diesem Jahre geschehen ist. (Lebhafter Beifall. — Widerspruch.) Wir werden dann nicht erst in unseren Reihen zu kämpfen haben. Denn, wenn Sie gesehen hätten, wie wir unter uns Zionisten vorher Propagandareden brauchten, um uns zu beruhigen, dann würden Sie begreifen, dass das, wass ich Ihnen sage, eine Nöthwendigkeit ist, dass ich nicht anders zu Ihnen sprechen kann als ich gesprochen habe. (Stürmischer Beifall. — Widerspruch.) Dann mache ich Sie noch auf folgenden Fehltritt aufmerksam: In diesem Jahre wurde das Actions-Comite — ich behaupte es, mit Unrecht — auf Schritt und Tritt verdächtigt, und das Actions-Comite hat oft nicht in der nöthigen Zeit klar ausgesprochen, was daran ist. Der Wahlreformentwurf hat einen derartigen Staub aufgewirbelt, was er wirklich nicht verdient hat. (Rufe: Wo, wo?) Zum Beispiel in Deutschland! (Rufe: Bambus! Bloch!) Ich komme von Berlin und theile Ihnen das mit, was ich in unseren Kreisen erfahren habe. Man hat aus diesem Wahlreform entwürfe im „Jewish Chronicle" in der Jüdischen Presse alles mögliche Capital geschlagen, und was ist nacher geschehen? Der ganze Wahlreformentwurf ist nicht zur Verwendung gelangt. Man hat auch nicht derartige Absichten gehabt. Warum ist nicht rechtzeitig gesagt worden, das ist alles nicht richtig, es kommt überhaupt keine W'ahlrelbrm zustande? Denn in Wirklichkeit ist keine Wahlreform durchgeführt worden. Dr. Herzl: Das wussten wir auch, wir konnten doch nicht auf aile Insinuationen antworten. Da hätten wir nicht Zeit genug, um alle die Briefe und Circulare zu verfassen, wenn wir fortwährend alle Unwahr- scheinlichkeiten, die ausgegeben werden, berichtigen. (Stürmischer Beifall.) Del. IViotzkin: Zum Schlüsse richte ich eine Interpellation an unsere hochverehrten Herren Actions-Comitemitglieder. Wir haben von verschiedenen Stellen, wie bereits Herr Dr. Weizmann gesagt hat, erfahren, dass die Actions-Comitemitglieder nicht alle, ich möchte sagen, die Gleichberechtigung im Actions-Comite besitzen. Auch dieser Punkt ist für uns von der grössten Bedeutung. Denn wir möchten den anderen Actions-Comitemitgliedern die volle Verantwortlichkeit ebenfalls aufbürden. An Ort und Stelle kann man nur diejenigen Personen verantwortlich machen, die sich gerade da befinden. Wenn es aber wirklich so ist, dass die Actions-Comitemitglieder selbst in den wichtigsten Angelegenheiten oft keine Antwort erhalten — ich spreche da nur nach Angaben, feststeilen kann ich das nicht — dass sie übergangen werden, so ist das für unsere Agitation ebenfalls sehr verderblich. Gerade in den principieilsten Fragen gibt es keine derartige Dringlichkeit, dass man nicht berathschlagen könnte. Wir fussen doch auf dem jüdischen Volke, wenigstens auf einem Theile desselben, wenn auch nicht auf dem ganzen, aber eben deshalb müssen wir alle seine Vertreter vollständig gleich achten. Meine Damen und Herren! Es gibt Momente, wo eine Dictatur nothwendig ist, und auch ich würde in einem solchen Falle für eine Dictatur sein. Aber das ist immer nur eine vorübergehende, zeitweilige Sache. Dictaturen für lange Bewegungen aber kann es nicht geben. Denn dann können die Bewegungen nicht existieren. (Stürmischer Beifall.) Also so grosse Verehrung ich, der ich oft genug Gelegenheit hatte, Herrn Dr. Herzl auch sonst kennen zu lernen, für ihn habe, so wünsche ich, dass der Congress es aussprechen möge, dass die Verantwortung für alles nicht nur auf Dr. Herzl fallen soll, sondern auch auf alle

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