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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1899-01-01 · 3 (1899) Basel, 15 bis 18. August 1899 · p. Seite 62

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
3 (1899) Basel, 15 bis 18. August 1899
Date
1899-01-01
Page
Seite 62 (sequence 62)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
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..Wie Dir heute die Aegypter sehet, so werdet Ihr sie bis in Ewigkeit nicht mehr sehen." Vors. Dr. Mandelstamm: Gestatten Sie mir, eine kleine Bemerkung zu machen, dass Sie nämlich gefälligst zum Rechenschaftsberichte reden sollen. Das, was Sie hier lesen, bezieht sich auf denselben nicht. Die Zeit gestattet das nicht, ich bitte deshalb zur Sache. Del. Rabbiner Löbel (fortfahrend): Da kommt endlich eine Partei, die der Protestrabbiner, und diese riefen: „jT^SÜ"- Wir sollen nur schreien, wir sollen kein zionistisches Denken, Sinnen, Berathen äussern: nur schreien D^WTO nfcOH T\Wb- „Im nächsten Jahre in Jerusalem!" Sie sagen, dass wir unsererseits der Befreiung durch Gott nicht vorgreifen sollen und dass die zionistische Bestrebung, in Palästina ein Gemeinwesen zu gründen, in Widerspruch stehe mit den messianischen Verheissungen des Judenthums, wie sie in der Heiligen Schrift und in späteren Religionsquellen enthalten sind, dass unsere Befreiung durch Gott, durch göttliche Wunder geschehen muss, wie Er es uns in Aegypten zeigte. Ja, es ist wahr, in Aegypten zeigte uns Gott Wunder, die Aegypter zu schlagen, weil sie uns gefesselt hielten und uns nicht befreien wollten. Da musste erst Gott unsere Befreiung durch aussernatürliche Wunder erzwingen; aber jetzt suchen unsere Verfolger herzensgern, uns los zu werden. Wunder sollen wir erwarten, nachdem wir schon alles Natürliche angewendet haben werden. Denn "wn by pfclD „man soll sich auf Wunder nicht verlassen," lehrt uns der Talmud. Zur Selbsthilfe ruft uns auch der Prophet „Isaia" an : „Schüttle selbst Dich los von dem Staube, stehe auf, setze Dich, Jerusalem; mache selbst Dich los von den Stricken Deines Halses, gefangene Tochter Zions." Vors. Dr. Mandelstamm: Ich muss Sie noch einmal daran erinnern, dass Sie, nicht zur Sache sprechen. Es handelt sich hier um eine Kritik oder um Bemerkungen zum Rechenschaftsberichte und bei Ihnen ist vom Rechenschaftsberichte bisher keine Rede (Heiterkeit). Das geht, ich bitte um Entschuldigung, nicht an, es ist noch eine ganze Liste von Rednern eingezeichnet, die zur Sache sprechen wollen. Del. Rabbiner Löbel (fortsetzend): In diesem Sinne sagt auch die "rbitän |£i ranrw iy an *m p itwö pt» pmiD Messias wird dann kommen, wenn wir an die Befreiung, an die aussernatürliche Befreiung vergessen haben werden und zur Selbsthilfe greifen werden. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Ich kann Euch, meine Verehrten, als Rabbiner im Namen unserer heiligen Religion, die ich vertrete, erklären, dass die Bestrebung, in Palästina einen. Judenstaat zu gründen, nicht im geringsten widerspricht den messianischen Verheissungen. Ich bin Gott sei Dank genug mächtig, das mit hunderten prophetischen und talmudischen Citaten zu belegen; aber es ist hier nicht der geeignete Platz dazu. Wir können zu dieser Partei auch den Ausdruck Moses gebrauchen, und sagen: „Und ihr schweiget," denn „Ihr Schweigen ist besser als das Reden". Wenn sie den Zionismus nicht unterstützen wollen, so mögen sie sich wenigstens schweigend und ruhig verhalten, nicht lärmen, nicht protestieren, uns auf unserem Wege nicht hemmen. Auf diese Rabbiner

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