Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 3 (1899) Basel, 15 bis 18. August 1899
- Date
- 1899-01-01
- Page
- Seite 57 (sequence 57)
- Language
- German, English, Hebrew
- Belongs to
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Del. Motzkin gibt die russische Uebersetzung. Del. Frau Prof. Gottheil gibt die französische Uebersetzung. Del. Dr. Werner: Hochgeehrte Versammlung! Ich habe mit aufrichtiger Freude das angehört, was Herr Dr. Menczel hier vorgebracht hat und ich schliesse mich seinen Worten aus vollem Herzen an, dass wir den Männern, die das Actio ns-Comite in Wien bilden, den grössten Dank schulden. Es wird vielleicht nicht viele in dieser grossen Versammlung geben, die gleich mir in der Lage waren, aus unmittelbarster Nähe zu sehen, was diese Männer alles geleistet haben. Ich bin zu sehr ihr persönlicher Freund, als dass ich hier das, was Herr Dr. Menczel gesagt hat, wiederholen sollte. Das habe ich vorausgeschickt, um das, was ich vorbringen werde, in dem Lichte erscheinen zu lassen, in dem es von der Versammlung gesehen werden möchte. Das Actions-Comite hat uns gestern seinen Bericht erstattet. Zunächst war es unser hochverehrter Präsident, der uns in seiner politischen Rede in diesem Jahre, ich möchte sagen, eine besonders grosse Freude bereitet hat. Ichmuss aber auf diese Rede zurückkommen, nicht weil ich Politik treiben will hier öffentlich im Congresse, oder weil ich es für richtig hielt, eine politische Discussion anzufachen. Das ist mein Zweck nicht. Ich möchte nur über einen Passus, den unser Präsident gestern gebraucht hat, von demselben eine Aufklärung erhalten, weil ich es vermieden wissen möchte, dass man daraus Dinge deutet, die darin nicht enthalten sind. Sie wissen sehr gut, dass unsere guten Freunde und unsere schlechten Feinde alles mögliche thun, um in unsere Worte, namentlich in die Worte unserer Führer alles das hineinzudeutein, was sie haben möchten, dass wir es thun sollen und wovon wir absolut nichts wissen wollen. Dieser Passus ist der folgende : „Welcher Art soll nun dieses Ergebnis sein? Sagen wir es mit einem Worte: Ein Charter! Unsere Bemühungen sind darauf gerichtet, einen Charter von der türkischen Regierung zu erlangen, einen Charter unter der Souveränität Sr. Majestät des Sultans. Erst wenn wir im Besitze dieses Charters sind, welcher die nöthigen öffentlich-rechtlichen Sicherheiten enthalten muss, können wir eine grosse praktische Colonisation beginnen. Für die Gewährung dieses Charters werden wir der türkischen Regierung grosse Vortheile vermitteln". Das ist der Passus, der mir speciell in dieser Rede aufgefallen ist. Ich meine nämlich, dass in diesem Passus vielleicht eine Verengerang des Programmes, welches der erste Congress beschlossen und der zweite ebenfalls angenommen hat, enthalten sein könnte. Wenn dies der Fall ist, so möchte ich das vom Herrn Präsidenten bestätigt haben. Ich habe mir die Sache so zurecht gelegt, dass das hier erwähnte ..Ergebnis" das nächste ist, was wir anzustreben gedenken, dass es sich zunächst um den türkischen Charter handelt, also um etwas, was eigentlich nur von der türkischen Regierung allein ausgeht und wovon man glauben sollte, dass die übrigen Mächte nichts dreinzureden haben, dass das aber nur unser nächstes Ergebnis sein kann, während unser ganzes Programm der öffentlich-rechtlichen Sicherheiten nichtsdestoweniger aufrecht bleibt. Sollte ich mich darin geirrt haben, so wird mir unser Herr Präsident gewiss die nöthige Aufklärung geben. Von der äusseren Politik sozusagen sind wir dann zur inneren Politik übergegangen, über welche der Herr Architekt Marmorek referiert hat. Unser Präsident hat am gestrigen Tage gesagt, class diese Art, allgemeinen Schwierigkeiten durch einen internationalen, frei-