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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1899-01-01 · 3 (1899) Basel, 15 bis 18. August 1899 · p. Seite 58

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
3 (1899) Basel, 15 bis 18. August 1899
Date
1899-01-01
Page
Seite 58 (sequence 58)
Language
German, English, Hebrew
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— 58 — müthigen Gedankenaustausch der Betheiligten beizukommen, dem sittlichen Bewusstsein der jetzigen Culturmenschheit bereits entspreche. Ich glaube, dass wir auch den Schwierigkeiten, die sich innerhalb einer Bewegung so oft ereignen, am besten beikommen, wenn wir uns freimüthig über die Sache aussprechen. Es ist nicht nothwendig, dasswir jemanden verletzen, sondern es soll bloss vorgebracht werden, wassich im Laufe des Jahres ereignet hat. Herr Dr. Menczel hat schon einiges berührt, wovon ich wünschen würde, dass es der Referent vorgebracht hätte, nachdem er über so manches mit kühnem Schwünge sich hinweggesetzt hat, der in einem oder dem anderen Theile seiner Ausführungen mir besser angebracht erschienen hätte. Es handelt sich um die Besprechung der inneren Propaganda und da möchte ich als Wiener auch etwas bemerken. Sie haben das Actions-Comite aus Wien gewählt und den, Wiener Zionisten eine Ehre erwiesen. Sie haben uns aber auch in gewissem Sinne geschadet; denn das Actions-Comite, das Sie gewählt haben, stellt die besten Kräfte vor, Männer, welche in Oesterreich am meisten nothwendig sind. Jetzt wird aber das Actions-Comite, welches für die Propaganda in der ganzen Welt zu sorgen hat, zu gleicher Zeit für die Propaganda in Wien verantwortlich gemacht. Das hat uns sehr geschadet, weil die Propaganda in Wien nicht mit jener Kraft durchgeführt werden konnte, die sonst zur Verfügung gestanden wäre. Der Ruf nach Decentralisation ist erst in jüngster Zeit laut geworden, und Sie dürfen sich daher nicht wundern, wenn wir in Wien und Oesterreich nicht jene propagandistischen Erfolge zu verzeichnen haben, welche wir erwarten durften. Ich würde daher bitten, dass das Actions-Comite in Wien nichts mit der Localpropaganda zu thun habe, sondern sich mit der Weltpropaganda beschäftige. Die Localpropaganda soll der Landesorganisation oder weil Wien allein 100.000 Juden hat, der Wiener Organisation überlassen werden. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Ich habe im Referate Marmorek auch etwas vermisst, worüber ich wenigstens ein paar Worte gerne gehört hätte. Es war dem Herrn Referenten wahrscheinlich bekannt, oder wäre ihm möglich gewesen, sich darüber zu informieren, welche Fortschritte die zionistische Bewegung in den verschiedenen Classen in diesem Jahre gemacht hat. Ich möchte ihn nun um eine Auskunft darüber bitten, ob er uns in dieser Beziehung etwas mittheilen kann. Die zionistische Bewegung hat unter den Studenten Fortschritte gemacht, ebenso in der inneren Stadt und Leopoldstadt. Es wäre nun sehr interessant, wenn uns Herr Architekt Marmorek hierüber gewisse Daten angeben könnte. Es würde mich auch deshalb, weil in jüngster Zeit ein Handelsangestellten-Tag stattgefunden hat, interessiereny wie die Propaganda in diesen Kreisen gewachsen ist, oder ob wir vielleicht unter der Arbeiterschaft irgendwelche Fortschritte gemacht haben, was vielleicht dem Herrn Referenten ebenfalls bekannt ist. Ueberhaupt habe ich im diesjährigen Berichte etwas schmerzlich vermisst, was mich im vorjährigen Berichte sehr erfreut hat. Ich habe viel zu wenig Daten gehört und würde bitten, dass im nächsten Jahre zum alten Usus zurückgekehrt werde. Ich hoffe, dass diese Anregung genügen wird, um schon im nächsten Jahre die nöthigen Details vorzulegen. Ferner hätte ich gerne erfahren, welche Erfahrungen das Wiener Actions-Comite mit der Centralisation, resp. Decentralisation der Bewegung gemacht hat. Wir haben zwar ein Anzeichen dafür, was für Erfahrungen die Herren gemacht haben, da ja ein neuer Organisation-

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