Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 3 (1899) Basel, 15 bis 18. August 1899
- Date
- 1899-01-01
- Page
- Seite 56 (sequence 56)
- Language
- German, English, Hebrew
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— 56 — nicht für uns. Sie sehen also, diese kleinen Versuche waren nichts weniger als gute Experimente. Sie haben uns in unserer Agitation behindert, und wenn wir gegen die Leute Stellung nahmen, war es njcht, weil wir ihrem wohlthätigen Sinn Steine in den Weg legen wollten, sondern weil wir sahen, dass sie uns von unserer ehrlichen, offenen Arbeit abhalten. (Stürmischer Beifall.) Wenn die Leute Wohlthätigkeit üben wollen, mögen sie es thun. Aber Sie wissen ja, stille Wohlthätigkeit ist die beste. Dann mögen sie eben nicht so viel Lärm damit machen; wenn sie glauben, dass sie den Leuten etwas aufhelfen, so ist es besser, dass sie im Stillen bleiben oder höchstens eine Danksagung in die Zeitung geben lassen. Dass sie uns und unsere grosse, heilige Idee hinein zerren, das wollen wir nicht und ich protestiere dagegen öffentlich. (Stürmischer Beifall.) Nachdem ich mich dieser meiner Pflicht entledigt habe, habe ich die Ehre, namens der galizischen und bukowinensischen Zionismen an den hohen Congress den Antrag zu stellen, es möge dem Actions-Comite der Dank und das Vertrauen ausgesprochen und das Absolutorium ertheilt werden. Ich begründe das damit, dass das Actions-Comite, möge auch einiges unterlassen oder da und dort Fehler begangen worden sein, immerhin mit einer Arbeitskraft und einem Arbeitswillen etwas geleistet hat, wofür man nicht genug Dank sagen kann. (Stürmischer Beifall und Händeklatschen.) Wenn Sie sehen, wie die Männer in Wien in selbstloser Weise soviel für uns thun, wie sie mit Hintansetzung ihrer persönlichen Interessen des Berufes, des gesellschaftlichen Verkehres sich für uns förmlich in die Bresche gestellt haben, nichts unterlassen haben, was dem Judenvolke aufhelfen könnte, so ist es eine Sünde, ein Verbrechen, wenn Sie überhaupt an diesem Berichte irgendwie mäkeln wollen, wenn Ihnen nicht das Herz überquillt von Dankbarkeit und Sie nicht spontan mit wirklicher Begeisterung den Leuten das Vertrauen und den Dank aussprechen. (Stürmischer Beifall und Händeklatschen.) Del. Dr. Friedemann (als Referent des Legitimations-Ausschusses) : Meine Damen und Herren! Der Wahlprüfungs-Ausschuss hat mir die Ehre erwiesen, mich zum Referenten zu ernennen und ich kann Ihnen als solcher die angenehme Botschaft, bringen, dass wir auch nicht bei einer einzigen Wahl in der Lage gewesen sind, einen begründeten Protest wahrzunehmen. Wir können Ihnen daher mit gutem Gewissen die Legalisierung sämmtlicher Wahlen vorschlagen und ich gebe namens meiner Commission der Hoffaung Ausdruck, dass wir im kommenden Jahre nur ebenso ehrliche und aufrichtige Wahlen zu prüfen haben werden. (Lebhafter Beifall.) Del. Dr. Solis Cohen (als Obmann des Finanz-Ausschusses spricht englisch): Del. Gustav - Cohen - Hamburg (übersetzt): Das * Finanz- Comite hat zu berichten, dass es ein Sub-Comite eingesetzt hat, um die Rechnung zu revidieren. Das Sub-Comite ist jetzt mit der Revision beschäftigt. Um zu zeigen, dass das Comite nicht lässig gewesen ist, bemerke ich, dass es gestern nachts bis 1 Uhr gearbeitet hat und heute um 8 Uhr früh seine Arbeit wieder aufgenommen hat.