Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 3 (1899) Basel, 15 bis 18. August 1899
- Date
- 1899-01-01
- Page
- Seite 19 (sequence 19)
- Language
- German, English, Hebrew
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— 19 — würden, dass die Macht des Gedankens, um kinetisch zu werden, das heisst, um auf verantwortliche Staatsmänner einzuwirken und sie zu Handlungen zu bestimmen, Umwandlungen und Uebertragungen erfordert. Ein anderes Machtmittel, das allerunentbehrlichste, ist das Geld. Wie es damit bestellt ist, darüber haben Sie schon Andeutungen vernommen, und das Actions-Comite wird Gelegenheit haben, Ihnen in verschiedenen Berichten hierüber weiteres zu sagen. Ich lasse deshalb diesen Punkt unerörtert. Ein Machtmittel aber haben wir unzweifelhaft auch heute, und das ist der Volkswille. (Andauernder lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Dass niemand so leichtfertig und verständnislos sei, hierüber zu lächeln! Der Wille eines, wenn auch über die ganze Erde verstreuten, Volkes von zehn Millionen ist eine positive Kraft, mit der auch die realistischsten Staatsmänner als mit einem durchaus ernsten Machtfactor rechnen. (Andauernder lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Aber die erste Voraussetzung ist natürlich, dass der Volkswille auch wirklich vorhanden sei und dass er sich unzweideutig äussere. Um von aller Welt ernst genommen zu werden, braucht das jüdische Volk sich nur selbst ernst zu nehmen. (Tosender Beifall und Händeklatschen.) Um, bald oder später, zu erlangen, wonach es strebt, muss es zunächst seine Forderungen anmelden. Das Wohlwollen der mächtigsten Persönlichkeiten und edelsten Geister der christlichen Welt ist einer unserer allerwertvollsten Activposten, (Tosender Beifall und Händeklatschen.) Wir haben da einen grossen Credit, auf den wir für den gegebenen Augenblick rechnen. Aber um auf diesen Credit ziehen zu können, müssen wir eine authentische Unterschrift haben, deren Rechtsgiltigkeit der Cassierer nicht anzweifelt. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Diese Unterschrift zu schaffen, ihr eine unanfechtbare Repräsentativ-Becleutung zu sichern, ist seit zwei Jahren der Gegenstand unserer unablässigen, angestrengten Arbeit. Zur Zeit hat das jüdische Volk keine dringlichere, keine wichtigere Aufgabe, als diese Arbeit mit allen Kräften fortzusetzen. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Wie können wir erwarten, dass die Welt uns Volksrechte und ein Volksgebiet zugesteht, ehe sie völlig überzeugt ist, dass wir wirklich ein Volk sind und es auch bleiben wollen? (Tosender Beifall und Händeklatschen.) Wir Zionisten wissen es, aber die Welt braucht es uns nicht zu glauben, solange beides von zahlreichen wild kreischenden Stimmen in den Reihen der Juden selbst giftig geleugnet wird. (Pfui-Rufe.) Es ist deshalb unsere unaufschiebbare Pflicht, uns zunächst mit unseren inneren Feinden auseinanderzusetzen — denn andere Gegner als jüdische hat der Zionismus überhaupt nicht — (tosender Beifall und Händeklatschen) um der Welt keinen Zweifel darüber zu lassei;, wer berechtigt ist, Q*