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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1898-01-01 · 2 (1898) Basel, 28. bis 31. August 1898 · p. Seite 231

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
2 (1898) Basel, 28. bis 31. August 1898
Date
1898-01-01
Page
Seite 231 (sequence 231)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
…/3476254-3476258--0781-3476915
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Dr. Jacob Kohn: Meine Herren! Herr Dr. Kornhäuser hat die Sache klar darzustellen versucht. Ich glaube, liier gilt das Wort: Qui s'excuse, s'accuse. Es ist vor allem sehr bedauerlich, class Mittheilungen von einem Vorgange gemacht wurden, welcher durch Lanclsmannschaftsbeschluss aJs vertraulich erklärt wurde; aber der Vorgang selbst — das wissen die Herren aus der galizischen Vereinigung sehr gut — braucht nicht das Licht zu scheuen. Welche Consequenzen der hohe Congress aus diesem Vorgange ziehen wird, ist seine Sache. Diese Consequenzen werden, glaube ich. nicht von besonderem Belange sein; allein die Thatsachen will ich kurz und klar darstellen. Es wurde veiiautbart, dass die Landsmannschaften sich zur Wahl zurückzuziehen haben, oder wie der Herr Präsident sich ausdrückte, zu einer Präsentation Darauf war es Pflicht sämmtlicher, die zu den einzelnen Landsmannschaften gehören, sich zusammenzufinden. Die galizischen Landsmannschaften haben sich hier im Saale zusammengefunden und zwar in auffälliger, laut gesticulierencler Weise. Jeder, der an der Wahl th eilnehmen wollte, musste durch diese Gruppen sehr leicht aufmerksam gemacht werden. Nach einer längeren Zeit hat man sich zurückgezogen und ich glaube, dass damit eine Excusation der Herren, die sagen, sie seien vom Wahlgange nicht verständigt worden, null und nichtig ist. Ich habe einen der Herren gefragt: Haben Sie gestimmt? Er hat mir ruhig erklärt: Ich habe schwarzen Kaffee getrunken. Es wurde ein Wahlact vorgenommen. Wenn der Herr Präsident für diesen Wahlact noch irgendwelche namentliche Zeichnungen wünscht, so ist mir nicht bekannt, dass ein solches Verlangen bisher gestellt wurde, und wir wussten von einem solchen Verlangen ebenfalls nichts. Wir haben ganz einfach mittels Stimmzettel gestimmt und keiner der Herren, welche andere Candidaten gewünscht haben, hat irgendwie seinem Missfallen Ausdruck gegeben. Er hat einfach seine Candidaten gewählt und diese sind nach einer zweifachen Wahl unterlegen. Von der eben beim Wahlacte anwesenden Majorität sind 3 Herren, ob sie genehm oder nicht genehm sind, ist gleichgültig für die formale Seite, gewählt worden. W enn nun Herr Dr. Kornhäuse r, was auch ein Standpunkt ist, den ich begreife, ob ich ihn billige, ob der Congress ihn billigen wird, ist eine andere Frage, erklärt, der Zweck heilige das Mittel, er sagt, nach einem starken Seelenkampfe hat er seine Unterschrift auf das Schriftstück gesetzt, so glaube ich ihm den Seelenkampf. Wenn er erklärt, dass uns die 3 gewählten Herren im Namen der Sache nicht passen, so habe ich mich eben bestimmt gefunden, einfach im Namen anderer aus Galizien andere Herren, die der Sache mehr dienen werden, zu präsentieren oder zu wählen. Nun noch einige Worte über die Art und Weise, wie diese Wahl zustande gekommen ist oder zum mindesten versucht wurde, so weit ich selbst Zeuge war. Mir war von dieser Wahl absolut nichts bekannt, wie ich glaube, auch sehr vielen anderen Herren nichts. Ich wurde gar nicht von derselben verständigt. Jedoch stand ich mit noch einem Delegierten aus Galizien. Da kamen ganz wortlos zwei Herren und wollten uns zwei Stimmzettel zuschieben^ worauf der andere Herr sagte.: Was wollen Sie mit dem Stimmzettel? Darauf zogen sich die Herren zurück und sagten: Wir haben Sie mit jemand anderem verwechselt (Hört! Hört!) dem Sie sehr ähnlich sehen. Das ist geschehen. Ich nenne keine Namen, ich kann sie nennen. Präs. Dr. Herzl: Aber ich weiss nicht, welche Geschichten Sie uns da erzählen. Sie erzählen hier Geschichten, die an die Geduld des Congresses grosse Ansprüche stellen. Ich bitte, uns einfach statt von schwarzem Kaffee und solchen Scherzen zu erzählen, zu sagen, wie es

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