Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 2 (1898) Basel, 28. bis 31. August 1898
- Date
- 1898-01-01
- Page
- Seite 225 (sequence 225)
- Language
- German, English, Hebrew
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— 225 — verschiedenen Berufsständen benöthigen; wir müssen also auch die Möglichkeit schaffen, dass von Palästina die verschiedenen Arbeitsquellen gesucht und auch gefunden werden. Die Colonisten von Palästina, respective die Colonien müssen wissen, wohin sie sich zu wenden haben, wenn sie Arbeiter benöthigen. Ich glaube, alle diese Fragen werden am besten durch den Hinweis auf die zionistischen Arbeitervereine begründet. Ich wundere mich nicht, wenn von mancher Seite Einwendungen gegen meine Ausführungen erhoben werden. (Erneuerte Schlussrufe.) Ich glaube, es sind nicht viele unter Ihnen, denen es bekannt ist, mit welchen Schwierigkeiten man zu kämpfen hat, wenn man in die Agitation hin eintritt. (Lebhafte Schlussrufe — der Vorsitzende gibt das Glockenzeichen.) Jeder thut gewiss das Seinige und trägt das Seinige bei, um die Bewegung zu stärken; allein es ist nicht die Aufgabe eines jeden, agitatorisch aufzutreten und deswegen werden Sie alle, die es mit dem Zionismus gut meinen, demjenigen, der auf diesem Gebiete Erfahrungen hat, gestatten, Ihnen hierüber seine Meinung zu sagen. Ich glaube aber auch, dass meine Anträge im Zusammenhange stehen mit unserem Programme. Ich verweise Sie auf Seite 114, zweiten Absatz, wo es heisst, dass der Zionismus unter anderem erreicht wird durch folgendes Mittel: „Die Gliederung und Zusammenfassung der gesammten Judenschaft durch geeignete örtliche und allgemeine Veranstaltungen nach den Landesgesetzen." Das heisst durch entsprechende Organisation. Vergessen Sie eines nicht. Durch die Heranziehung derartiger weiter Kreise für die zionistische Bewegung wird der Nationalfond verstärkt, die Anzahl der Schekel und Einnahme der Parteileitung wächst. Hiemit hätte ich den ersten Theil meines Antrages begründet. (Erneuerte lebhafte Schlussrufe — der Vorsitzende gibt das Glockenzeichen — allgemeine Unruhe.) Vorsitzender: Es sind Schlussrufe laut geworden. Wir haben die meisten Debatten mit einer Fünf-Minuten-Zeingeführt und Herr Doctor Landau kann sich gewiss nicht beklagen, dass ihm die Minuten ängstlich zugezählt wurden. Nunmehr werde ich aber die Versammlung befragen, ob sie wünscht, dass Herr Dr. Landau endigt. (Erneuerte Schlussrule.) Ich frage : Wünscht man, dass Herr Dr. Landau weiterspricht? (Lebhafte, und laute Kufe: Nein!) Diejenigen, welche dafür sind, dass Herr Dr. Landau . . . Dr. S. R. Landau : Nach unserer Geschäftsordnung ist es nicht gestattet, einen Redner während der Rede zu unterbrechen, es sei denn, dass ... Vorsitzender (unterbrechend): Vor allem müssen Sie schweigen, wenn ich spreche. Ich mache darauf aufmerksam, dass wir nicht jetzt Reden zu hören imstande sind, die viele Stunden in Anspruch nehmen können. Dr. S. R. Landau : Ich spreche erst eine Viertelstunde. Vors. Dr. HerzI: Ich habe von vielen Seiten Schlussrufe gehört. Dr. S. R. Landau : Das Präsidium muss die Redefreiheit wahren. Vors. Dr. HerzI: Kommen Sie nicht mit solchen Redensarten. Die Redefreiheit wird gewahrt, und solange die Schlussrufe nicht zu zahlreich waren, Hess ich Sie weiterreden. (Erneuerte Schlussrufe). Es ist unmöglich, dass ein einzelner seinen Willen der Versammlung auferlegt, das ist Obstruction. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Diejenigen, welche die Fortsetzung der Rede des Dr. Landau nicht wünschen, wollen die Hand erheben. (Geschieht.) Ich bitte um die Gegenprobe. (Dieselbe erfolgt.) Ich entziehe Ihnen das Wort. (Lebhafter Beifall und Unruhe.) 15