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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1898-01-01 · 2 (1898) Basel, 28. bis 31. August 1898 · p. Seite 226

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
2 (1898) Basel, 28. bis 31. August 1898
Date
1898-01-01
Page
Seite 226 (sequence 226)
Language
German, English, Hebrew
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— 2-2(\ - Ich bitte den Redner, die Tribüne zu verlassen. Dr. S. R. Landau: Ich constatiere, dass ich vergewaltigt'wurde. (Lebhafter Widerspruch.) Vorsitzender (gibt das Glockenzeichen — grosser Lärm und Tumult.) Es ist uns wohl bekannt, dass der gedeihliche und würdige Verlauf des Congresses nicht allen passt. (Lebhafter Beifall.) Es muss aber der Störungswille einzelner von der Versammlung niedergehalten werden. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Ich bitte, es ist sehr leicht, solche Scenen zu provocieren. (Unruhe.) Es genügt dazu, dass man die Schonung und Duldung, die man erfahren hat. missbraucht. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Herr Dr. Landau hat, obwohl er nicht zur Sache gesprochen hat, längere Zeit Redefreiheit gehabt, als jeder andere. (Riff: 15 Minuten. — Zustimmung.) Er hat alles mögliche berührt, hat den Congress schliesslich ungeduldig gemacht, der eine lange Arbeit hinter sich hat. Es geht nicht an, dass wir uns auf diese Weise im letzten Augenblicke den Congress stören lassen. (Tosender Beifall und Händeklatschen.) Wir sind alle ein wenig nervös durch die lange Dauer der Verhandlung. Wir wollen aber nicht, dass der Congress darunter leide. Ich nehme das wenigstens an. (Tosender Beifall.) Zur thatsächlichen Berichtigung hat das Wort Herr Rose n t h a 1. (Rufe : Lieber nicht! Nicht berichtigen!) Del. L. Rosenthal: Ich verzichte. (Lebhafter Beifall.) Präs. Dr. Herzl: Herr Dr. S c h u r. (Nach einer Pause): Er ist nicht da. (Es kommt nunmehr zu einer heftigen Auseinandersetzung zwischen dem Präsidenten Dr. Herzl und dem Delegierten Syrkin unter lebhafter Unruhe und Zischen seitens vieler Delegierter.) Vicepräs. Dr. Mandelstamm: Ich stelle den Antrag, dass alle So cialisten aus dem Zionistencongress ausgeschlossen werden. (Andauernder lebhafter Beifall und Händeklatschen auf der einen, heftiger Widerspruch und Zischen auf der anderen Seite. — Es melden sich verschiedene Delegierte zum Worte zur Geschäftsordnung.) Präs. Dr. Herzl: Wollen Sie jetzt mir ein Wort erlauben! (Lebhafte, andauernde Unruhe. — Rufe: Der Präsident will sprechen!) Den Antrag des Herrn Professor M andelstam m werde ich selbstverständlich nicht berücksichtigen. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Wir können nicht darandenken, irgendeine politische Ueberzeugung aus dem Zionismus auszuschliessen. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Dieser Zwischenfall muss als erledigt angesehen werden. Nur mache ich Sie auf etwas aufmerksam. Scenen, wie diese, nur noch viel stürmische]', haben sich schon in allen Parlamenten abgespielt, und man hat daraus nichts gefolgert gegen den Parlamentarismus. Wenn aber auf einem zionistischen Congress derartiges vorkommt, wird man sehi' ungünstige Schlüsse gegen die ganze Bewegung ziehen. (Lebhafte Zustimmung.) Ich glaube nicht,1 dass auch nur ein einziger hier ist. ob er vorgeschritten ist nach rechts oder nach links, der das will. (Tosender Beifall.) Und aus diesem Grunde gehen wir jetzt ohneweiteres zur Tagesordnung über. (Stürmischer Beifall und Händeklatschen.) Wir werden jetzt in die Wahlen eintreten, und zwar wird zunächst die Wahl des Actionscomites vorgenommen werden. Del. Paperin spricht französisch. Präs. Dr. Herzl antwortet ihm französisch und fahrt dann deutsch fort: Ich bitte, ich habe vollkommen deutlich erklärt, dass wir in diesem Augenblicke von keiner Seite die-Parteitragen aufwerfen lassen. Ich gebe Ihnen ein Mittel an die Hand, wie Sie diese Verletzung der Geschäftsordnung sühnen können. Beantragen Sie ein Misstrauens-

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