Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 2 (1898) Basel, 28. bis 31. August 1898
- Date
- 1898-01-01
- Page
- Seite 209 (sequence 209)
- Language
- German, English, Hebrew
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— 209 — Wir beantragen die Fixierung der im Laufe der Jahrhunderte erfolgten Entwicklung der hebräischen Sprache derart, dass es ein wissenschaftliches Werk zugleich und zugleich eine nationale That unseres Stolzes werden soll. Sie haben früher gehört, dass wir, wenn wir eine Nation sein wollen, unsere Sprache haben müssen und wir haben sie auch. Wir müssen sie nur pflegen. Was hindert uns, wenn wir schon soviel von anderen Völkern gelernt haben, auch noch dieses Gute zu erlernen, dass wir quasi eine Akademie en miniature für uns errichten, indem wir an die besten und trefflichsten Geister, an die besten Schriftsteller und Wissenschaftler unserer Nation herantreten und sagen: Weihet Euch dem gemeinsamen Dienste! Helfet uns unsere hebräische Sprache fortbilden! Helfet uns die bisher geschehene Fortbildung fixieren und allgemein verbreiten! (Lebhafter ßeifall.) Denn nicht nur darum handelt es sich, dass wir die Einheit und Einigkeit in unseren Bestrebungen nach der einen oder anderen Richtung, sondern nach allen Pachtungen clocumentieren sollen. Und da werden Sie mir zugeben, dass es sehr traurig ist, dass die hebräische Sprache auf der einen Seite so^ in einem anderen Lande wieder so, in einem dritten wieder anders ausgesprochen wird, da dies eine Schwierigkeit bildet, welche das gegenseitige Verständnis selbst derjenigen, welche sich mit Hebräisch von Jugend auf beschäftigt haben, erschwert, ja geradezu unmöglich macht. Es ist daher nicht übel angebracht, wenn dieser Gommission, welcher die Fixierung eines Wortschatzes, eines hebräischen wissenschaftlichen Wörterbuches aufgetragen werden soll, auch die weitere Aufgabe gegeben werde, sie möchte uns Vorschläge zu einer einheitlichen Aussprache machen. Nun gestatten Sie mir, jetzt in ganz trockener Weise Ihnen die paar Sätze vorzulesen, wie sie aus der Presse, ich wollte nicht sagen, aus dem Drucke der Cultur-Commission hervorgegangen sind. Es sei eine Gommission aus fünfzehn Fachmännern zu bestellen, welche seitens des Congresses mit der Aufgabe betraut werde: 1. Den ganzen Wortschatz aus unserem Schriftthum wissenschaftlich nach dem Principe der modernen Lexikographie historisch, philologisch und kritisch zusammen zu stellen. In diesem Gesammtwörterbuche sollen die Wörter ausführlich hebräisch erklärt and mindestens mit einer lateinischen Uebersetzung versehen sein. Ich fuge hinzu, mit einer lateinischen, aus dem Grunde, weil das auch eine Sprache der Gelehrten und Gebildeten ist und es kann hernach Sache einzelner Unternehmungen sein, diese in die anderen Sprachen zu übersetzen. 2. Die neuen Worte und Bezeichnungen, wTelche für moderne, wissenschaftliche und insbesondere technische Begriffe, die gebildet 14