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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1898-01-01 · 2 (1898) Basel, 28. bis 31. August 1898 · p. Seite 208

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
2 (1898) Basel, 28. bis 31. August 1898
Date
1898-01-01
Page
Seite 208 (sequence 208)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
…/3476254-3476258--0758-3476892
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- 208 — ich gleich dem ersten Herrn Redner einfach darauf hinweisen würde: Ich bitte, Ihr habt es ja gedruckt, ich bitte um dessen Annahme. Leider ist mir ein anderes Schicksal passiert. Ich möchte schier einen Vers verderben und ihn so lautend machen: \wb rupö pTOpnai wpö cn*b (Beifall und Heiterkeit.) Der Plan, den ich mir mitgebracht und auch als wohldurchdacht angesehen habe, wurde, als er vor das Forum der Cultur- Commission kam. in sehr verschiedener Weise begrüsst; er wurde einer kolossalen Vivisection unterzogen und ich musste mich freuen, dass ich ihn entgegen der allgemeinen sympathischen Empfindung, die diesem Antrage, als er gedruckt den einzelnen Delegierten übergeben worden war, entgegengebracht wurde, wenigstens im Wesen mit Hilfe des Herrn Dr. Gaster, der auch hier die Vermittlerrolle übernommen hatte, gerettet habe, und auf das kam es mir ja an.. Mich befällt schier die Lust, auch ein wenig in den Predigerton zu verfallen. Aber es schickt sich nicht und deshalb lassen Sie mich an ein Wort aus unserer Geschichte zur Zeit der Zerstörung des Tempels anknüpfen. Damals ist Rabbi Jochanan ben Sachai von dem Eroberer angegangen worden, sich für seine friedfertige Haltung eine Gnade zu erbitten. Und da wusste er nichts anderes zu sagen als': Gib mir Jamne, die umliegenden Orte und. ihre Waisen« Das waren die Orte, wohin sich in der letzten Zeit des Krieges die "jüdische Cultur, das jüdische Wissen geflüchtet hat,, und mit diesem kleinen Wunsche, der ihm gewährt wurde, hat er, ich möchte sagen, nicht nur das Judenthum gerettet, sondern er hat uns ein geistiges Vaterland gerettet, das wir in das Golus mitgenommen haben und welches in uns die Treue für das alte, reale- Vaterland nur gestärkt und gehoben und erhalten hat; zu dem Vaterlande, zu welchem sich jetzt unsere heiligsten Empfindungen emporwinden. Denn mit der jüdischen Cultur war auch die Einheit des- Judenthums gerettet, welche trotz der Diaspora, trotz des Golus noch überall anerkannt worden ist. Nachdem wir jetzt auf dem Standpunkte stehen, dieser Einigkeit, die in den letzten Decennien sich zu verflüchtigen drohte,, wiederum einen nationalen Ausdruck zu verschaffen, so glaube ichr dass es wohl auch hier das beste Mittel sein wird, bevor wir jene irdischen Güter des Zionismus erreichen, ich meine, bevor wir das Land bekommen, wenigstens jenes Vaterland, das wir ins Golus mitbekommen haben, so zu pflegen und auszugestalten, dass wir diese Einheit auch äusserlich documentieren. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.)

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