Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 2 (1898) Basel, 28. bis 31. August 1898
- Date
- 1898-01-01
- Page
- Seite 202 (sequence 202)
- Language
- German, English, Hebrew
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- 202 - Ich bedauere nochmals, dass dieser Antrag von der Cullurcommission abgelehnt wurde. Eine ganze Reihe weiterer Anträge aus der Mitte der Versammlung kann ich hier nicht zur Sprache bringen. Dieselben sind, theils Wiederholungen, theils Abänderungen dessen, was schon vorgebracht wurde, theils an sich gegenstandslos. Die Gulturcommission hat beschlossen, alle diese Anträge mit Rücksicht auf die Kürze der Zeit der zu wählenden Commission zur näheren Prüfung und Untersuchung zu überweisen. Somit wäre ich zu Ende. Meine Verehrten! Nochmals will ich Ihnen dringend und nachdrücklich ans Herzlegen, diese Aufgaben, die in der allgemeinsten Form skizziert wurden, ja nicht zu unterschätzen. Es geht ein heftiger Wind durch die Reihen unserer Genossen im Osten. Wer die hebräische Presse im letzten Jahre gelesen hat, der hat sich von der theils verhüllten,, theils ausgebrochenen Erbitterung überzeugen können, welche infolge Vernachlässigung gerade dieses Theiles der Arbeit entstanden, ist und es wird ein nicht wieder gut zu machender Fehler sein,, wenn wir auch diesmal auseinandergehen, ohne in dieser Richtung Wandel geschaffen zu haben; denn was wir suchen, ist die Seeleunseres Volkes, unseren Geistesschatz für alle Ewigkeit. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Vors. Dr. Nordau : Ich habe folgende Mittheilung zu machen : Das Organisationscomite tagt gegenwärtig im Commissionszimmer. Die Mitglieder wollen sich also dahin begeben. Ich will das auch ins Französische übersetzen. (Geschieht.) Das Wort hat Herr Dr. Gaster. Dr. Gaster (stürmisch acclamiert): Meine Damen und Herren! Wir befinden uns jetzt auf einem ganz anderen Gebiete, al& auf dem, auf welchem wir uns gestern, vorgestern und bis vor kurzem noch befanden. Wenigstens vor meinen Augen ist allesdas verschwunden, womit wir uns bis jetzt beschäftigt haben. Man hat von lauter irdischen Gütern gesprochen, von Golonisation, Bank u. s. w., Fragen, die jedenfalls von Bedeutung für die unmittelbare Nothwendigkeit sind. Jetzt treten wir aber in. das Höchste, in das ideale Gebiet der Erziehung, des Wissens und des Glaubens ein. (Beifall.) Es soll nämlich hier betont werden., dass wir eine nationale Wiedergeburt gar nicht verstehen können und dürfen, welche sich auf materielle Elemente beschränkt. Es handelt sich nicht bloss um die politische Wiedergeburt der nationalen Einheit, es handelt sich uns und mir speciell auch darum,, dass auch die alten, theuren Güter uns nicht verloren gehen. (Lebhafter Beifall.) Wir müssen dem Volke auch gleich das Bewusstsein beibringen, dass ein höheres und ideales Streben mit dem Zionismus-