Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 2 (1898) Basel, 28. bis 31. August 1898
- Date
- 1898-01-01
- Page
- Seite 193 (sequence 193)
- Language
- German, English, Hebrew
- Belongs to
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- 193 — dass mir das Wohl der Golonisten und Colonien am Herzen liegt und dass ich auch zu vornehm bin, um hier diese Beweise zu führen, (Beifall.) Ich könnte Dutzende von Beweisen führen. Listen wurden mir zur Verfügung gestellt, die ich hier ausrufen könnte und Herr Bambus selbst weiss das sehr genau. (Hört! Hört!) Wie hätte ich denn die Beweise führen können? Entweder indem ich die Thatsachen völlig hier erzählte, was ich durchaus nicht thun wollte. Denn ich bin überzeugt, dass diese Thatsachen verschwunden sind. Sie werden nicht mehr wiederkehren. Wenn schon in diesem Jahre, nachdem der vorjährige Baseler Congress uns Andeutungen gemacht hat, eine grosse Aenderung eingetreten ist, wird im nächsten Jahre nicht mehr etwas derartiges vorkommen, was der Ehre des Judenthums zur Schande gereichen kann. (Lehafter Beifall.) Oder es war ein anderer Weg: Ich konnte Namen nennen. Nun weiss denn Herr Bambus nicht, dass ich ihm auch nicht Namen nennen durfte? Durfte ich denn hier Golonisten und Nichtcolonisten anführen? Weiss denn Herr Bambus nicht, wie es denjenigen Personen, die in Palästina thätig sind, am Herzen liegt, der Golonisation vollkommen theilhaftig sein zu können, und dass sie, falls ich hier Namen nenne, sie nachher es nicht in der Lage sein werden, wie sie es bis jetzt gewesen sind? Der Versuch des Herrn Bambus war allerdings geschickt, aber ich glaube gar nicht richtig, in dieser Weise, gerade weil er in Palästina gewesen ist. Ich muss zur Ueberzeugung kommen, dass Herr Bambus eben nur die äusserlichen Verhältnisse dort gesehen hat, falls er glaubt, dass er in den äusserlichen Verhältnissen mit mir übereinstimmt. Was Herrn Pineles anbelangt, bin ich fest überzeugt, dass Herr Pineles uns das gesagt hat, was er während der Jahre erfahren hat. Aber, meine Herren, man darf über Palästina nur dann ein bestimmtes Urtheil fällen, wrenn man dort eine Zeit lang gewesen ist; wenn man das Echo von ganz Palästina hört, kann man darüber sprechen, sonst ist es zu gefährlich. Denn Briefe werden aus Palästina mit der allergrössten Sorgfalt geschrieben, Briefe der Zufriedenheit aus Palästina könnte ich Ihnen auch zu Tausenden schaffen, wenn Sie wollten, von denselben Golonisten! Wissen Sie denn, wie die Colonisten mit mir sprechen? Sehr vorsichtig! Nicht einmal einer in Gegenwart des anderen! Allerdings muss ich zugeben, dass dort thatsächlich eine sehr grosse Beaufsichtigung vorhanden ist. Was ich einschränken will, ist folgendes: — das habe ich auch gestern eingeschränkt und darauf bitte ich die Herren Journalisten aufmerksam zu sein. Indem ich von der Administration sprach, meinte ich sie nicht absolut durchwegs. Ich habe gesagt und wiederhole es, es 13