Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 2 (1898) Basel, 28. bis 31. August 1898
- Date
- 1898-01-01
- Page
- Seite 192 (sequence 192)
- Language
- German, English, Hebrew
- Belongs to
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- 192 - erheben. (Wird ins Russische übersetzt. — Geschieht.) Bitte um die Gegenprobe. Wer für die Fortsetzung der Debatte ist, möge die Hand erheben. (Wird ins Russische übersetzt. — Geschieht.) Der Antrag auf Schluss der Debatte ohne Anhörung weiterer Redner ist angenommen. Herr Mozkin hat das Wort. Del. Mozkin: Meine Damen und Herren! Zunächst bitte ich, dass man mir gestatten möge, etwas länger als fünf Minuten zu sprechen. Ich werde Ihre Geduld nicht missbrauchen, ich bin aber gezwungen, etwas länger zu erwidern. Während vorher in Bezug auf verschiedene principielle Punkte hier gesprochen und mir auch unter anderem der Vorwurf gemacht wurde, dass ich nicht ganz frei von eigenen Anschauungen Palästina beobachtet habe, ist nachher sogar in etwas beleidigender Form über meinen Vortrag gesprochen worden. Zunächst muss ich Ihnen dasselbe sagen, was ich bereits gestern gesagt habe. Ich hatte die einzige Absicht, als ich. nach Palästina gieng, nur dort die Wahrheit zu sehen, und nichts anderes. Es war mir ganz gleichgiltig, obgleich die Wahrheit mich vielleicht zu anderen Schlüssen bringen würde. Ich sah es für meine Pflicht an, da ich die Aufgabe übernommen hatte, die Verhältnisse in Palästina zu schildern, sie so zu schildern wie sie sind; das ist ja in unserer Angelegenheit das Allerwichtigste. Kein Schritt im zionistischen Lager sollte anders geschehen, als nur in diesem Sinne. Ich muss sagen, dass ich nicht erst seit vorigem Jahre Zionist bin, dass mir die Golonien seit sehr langer Zeit ans Herz gewachsen sind, dass ich ihr Wachsthum seit Jahren beobachtet habe. Und als ich von jenen schmutzigen Vorgängen, von denen ich hier nicht ausdrücklich sprechen kann, hörte, empörte sich in mir das Blut nicht ob der Thatsache, dass wenige Juden schmutzige Geschichten begehen, sondern dass gerade unsere heiligste Angelegenheit mit schmutzigen Dingen vermengt werde. So schmutzig sind die Dinge, dass sie auf einem jüdischen Congress nicht genannt werden dürfen. Ich habe schon gestern bemerkt, dass ich absolut eine Scheidung zwischen Rothschild und der Administration vornehme, (Beifall) nicht aus diplomatischen Kunststückchen, sondern deswegen, weil das Thatsache ist und weil ich nicht anders sprechen wollte, als wie ich mich thatsächlich überzeugte. Wenn ich dagegen andere Aeusserungen über die Administration that, so war das der Wiederhall von ganz Palästina, ausnahmslos . . . Wenn es Ausnahmen gibt, so waren das schweigende Personen, solche Personen, welche nicht sprechen wollten oder konnten. Wer mir aber in Palästina berichten wollte, der hat mir immer nur das wiederholt, was ich hier ausgeführt habe. Es war ein diplomatischer Schachzug von Herrn Bambus, von mir Beweise zu verlangen. Er wusste sehr wohl,