Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 2 (1898) Basel, 28. bis 31. August 1898
- Date
- 1898-01-01
- Page
- Seite 191 (sequence 191)
- Language
- German, English, Hebrew
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— 191 — herauszukommen. Aber da wir trotzdem sehen, dass das Actionscomite nicht einverstanden ist mit dieser Infiltration oder praktischen Colonisation, dass es die Colonisation im grossen Stile fortsetzen und jetzt «ine momentane Sistierung eintreten lassen will, so würde das natürlich jiach meiner Meinung eine schreckliche Enttäuschung bei unserem Volke hervorrufen. Ich spreche von Rumänien, glaube aber, dass dasselbe in Russland der Fall sein wird. Denn wenn es auch wahr ist, dass die Klein-Colonisation kein radicales Heilmittel für unser Volk ist. so gibt sie doch eine Hoffnung und Ausdauer unserem Volke und es genügt, jetzt einige Familien herauszunehmen, die anderen werden schon warten mit der süssen Hoffnung, bis sie an die Reihe kommen. Aber da wir wahrscheinlich damit in der Minderheit bleiben werden bei der Abstimmung, möchte ich einen Antrag stellen, der als Palh'ativmittel gelten soll. Ich stelle den Antrag, dass neben dem grossen Werke der CoLonialbank, welche wir im Begriffe sind ins Leben zu rufen, ein Nationalinstitut geschaffen werden soll, das auf culturellem Orebiete ebensolche Dienste leisten würde; ich beantrage, dass man in Palästina eine Gewerbeschule schaffen soll, ein Internat, und dieses soll auf Kosten des Nationalfondes hergestellt werden. (Ruf: Was ist der Nationalfond?) Ich werde dies gleich erklären. Dieser Antrag verfolgt einen doppelten Zweck. Erstens, wenn wir die Kinder hinschicken sollen .... Vors. Vicepräs. Dr. Nord au : Ich bitte den Herrn Redner sich kürzer zu fassen, die fünf Minuten sind längst vorüber. Del. Bujes: Ich habe einen Antrag hier, der von zwanzig Mitgliedern gesteilt worden ist. Ich muss ihn doch motivieren. Also in erster Reihe wird dieser Antrag bezwecken, dass eine echt jüdische, nationale Generation entstehen wird, die auf dem heiligen Boden erzogen ist in unmittelbarem Contact mit den Ueberbleibseln unserer Heiügthümer, wo ihnen jede Erdscholle zuflüstern wird, wie ein Volk sein Gut und Blut für sein Vaterland und seinen Glauben geopfert hat. Diese Kinder, in ihre Familie zurückgekehrt, werden diese Ideen, die sie dort •eingesogen haben, weiter verbreiten, und das wird dann eine Propaganda der That sein. In zweiter Reihe wird der Antrag den Zweck haben, dass viele in unsere Reihen eintreten werden. Denn mit der Hoffnung, class jedes Mitglied die Aussicht , haben wird . . . Vors. Vicepräs. Dr. Nordau : Ich bitte, sich doch an den Beschluss halten zu wollen. Del. Bujes: . . . dass jedes Mitglied die Aussicht haben wird, seine Kinder hinzuschicken, kostenfrei, auf Spesen des Nationalfonds, werden sich viele einschreiben und die Massen werden Geduld haben auszuharren, bis die Hoffnung öffentlich-rechtlich realisiert wird. Um also dieses Institut zu schaffen, beantrage ich, dass man den Schekel erhöhen .soll. Denn das jüdische Volk ist mildthätig ..." (Lebhafte Schlussrufe.) Vicepräs. Dr. Nordau : Ich muss Ihnen das Wort entziehen. Ich habe Sie dreimal ermahnt. Sie haben die fünf Minuten weit über- .schritten. Del. Bujes: Ich schliesse und bitte diesen Antrag anzunehmen. Vicepräs. Dr. Nordau : Es hegen mir zwei Anträge vor. Einer von Herrn Dr. Neumark auf Schluss der Debatte und Anhörung von zwei Generalrednern und des Berichterstatters, dann einer von Herrn Dr. Cohen aus Hamburg auf Schluss der Debatte ohne Anhörung weiterer Redner. Letzterer ist der weitergehende. Schriffcf. Temkin übersetzt diese Enunciation ins Russische. Vors. Dr. Nordau: Wer für die Annahme des Antrages auf .Schluss der Debatte ohne Anhörung weiterer Redner ist, möge die Hand