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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1898-01-01 · 2 (1898) Basel, 28. bis 31. August 1898 · p. Seite 188

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
2 (1898) Basel, 28. bis 31. August 1898
Date
1898-01-01
Page
Seite 188 (sequence 188)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
…/3476254-3476258--0738-3476872
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- 188 - wir nämlich die Colonisation in Palästina und Syrien fortsetzen und die dort ansässigen Juden vorläufig zur Colonisation benützen. Von einschmuggeln war keine Rede. Einschmuggeln wollen wir nicht. Auch wollen wir nicht blos auf einzelne Individuen unsere Philanthropie beschränken, obgleich die einzelnen Individuen das ganze Volk bilden. Der Zionismus geht viel weiter, wenn ich mich so ausdrücken darf: so ist für mich der Zionismus ein Fluidum, das den Samen von Millionen Ideen embyonisch in sich schliesst. Indem ich vorschlage, dass die Colonisation fortgesetzt werde, will ich die Facta constatieren, auf Grund deren ich diesen Vorschlag mache. Während es unsere Pflicht ist, das Volksbewusstsein in der Diaspora zu stärken, dürfen wir auch nicht vergessen, dass die Geschichte Beispiele liefert, dass ein Volk plötzlich auswandert, um Land in Besitz zu nehmen. Langsam wird sich das Volk im Lande eingewöhnen. Ist es uns gelungen, dort eine kräftige, junge, jüdische Generation heranzubilden, welche eine gemeinsame Sprache, gemeinsame Cultur und gemeinsame Sitte haben soll, eine Generation, welche man gelehrt haben wird zu sagen: Iwaim anachnu — wenn uns das gelingt, dann wird es ein Leichtes sein, die politisch-rechtliche Garantie zu erlangen. Aber noch einen anderen Grund will ich anführen. Wir müssen verhüten, dass die Auswanderung aus Palästina stattfindet. Denn täglich kommen die der jungen Generation Angehörigen aus Palästina nach Paris herüber und sprechen dort gegen den Zionismus. Diese Auswanderung ist dem dort herrschenden dictatorischen Geiste zuzuschreiben. Aus Argentinien ertönen die Klagerufe unserer Brüder, Ich bin im Besitze eines Schriftstückes, in welchem die Colonisten sich beklagen; ich bin im Besitze eines Bildes, wo ein Colonist dargestellt wird, der an Eisen geschmiedet, stundenlang schmachten musste. (Hört, Hört!) Auch aus Palästina ertönen Klagerufe und ich thue nichts unrechtes, wenn ich behaupte, eine Persönlichkeit, die an der Spitze eines Vereines steht, der Millionen zu seiner Verfügung hat, habe sich mir gegenüber dahin ausgedrückt: la Palestin e est caverne! Ich schlage daher vor, dass die Colonisation fortgesetzt werden soll, damit wir die Auswanderung verhindern, die uns grossen Schaden zufügen wird. Ich glaube ferner, dass vorgeschlagen wurde, dass die einzelnen zionistischen Vereine ihre Thätigkeit fortsetzen dürfen. Nur unter der Controle des Congresses darf das geschehen, denn sonst könnten sie Fehler begehen, welche später dem Congresse aufgebürdet werden könnten. Diejenigen, die sich dem Congresse anschliessen, müssen die Bestimmungen des Congresses befolgen, wenn nicht, muss der Congress öffentlich erklären, dass die einzelnen zionistischen Vereine nicht im Sinne des Congresses handeln. Ich schliesse, indem ich vorschlage, dass die Colonisation in Palästina fortgesetzt werden soll. Ich mache darauf aufmerksam, dass sie bis jetzt in dilatorischem Geiste geführt wurde, behaupte aber, dass auch ich einen Unterschied mache zwischen Administration und Baron Rothschild. Denn die Diener kann man niemals controlieren. Der Baron mag eine philanthropische Gesinnung haben, aber die Administration macht viele Fehler. Ich schlage daher vor. dass die jetzt zu gründenden Colonien nicht in diesem Geiste geführt werden sollen. Ich glaube, dass es nicht zu viel ist. wenn wir verlangen, dass wenigstens ein Tropfen demokratischen Oeles in die palästinensische Bewegung komme.

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