Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 2 (1898) Basel, 28. bis 31. August 1898
- Date
- 1898-01-01
- Page
- Seite 187 (sequence 187)
- Language
- German, English, Hebrew
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— 187 - Uebrigens scheint dies dem Baron recht zu sein und — le baron est assez liehe four fayer sa gloire! Die Administration ist nicht zionistisch! Wann hat sie denn Zeit gehabt, zionistisch zu werden in dem Sinne, wie es Herr Dr. Mozkin meint? Ich erlaube mir die Frage, seit wielange sind denn viele Delegierte hier Zionisten? Und will man durch solche Mittel auf die Administration einwirken, zionistisch zu werden, wie man sie hier vorbrachte? Es wäre viel richtiger gewesen, dem Baron Rothschild ein Memorandum zu überreichen, im Namen der unglücklichen Colonisten (wenn es überhaupt deren gibt) eine Untersuchung einzuleiten, ob die Zustände wirklich so wären und wenn dies nicht hilft, d a n n könnte man öffentlich-rechtlich eingreifen — aber jetzt schön öffentlich u ng er e entlieh vorgehen, war nicht die Aufgabe des Congresses. Es ist gelinde gesagt nicht richtig, von Muthlosigkeit in den Reihen der Colonisten zu sprechen. Herr Dr. Mozkin ist darin falsch informiert, wenn es in jeder Colonie ein paar Unzufriedene gibt oder vom Schicksal Verfolgte, mein Gott, das kommt überall vor, aber im allgemeinen kann ich Sie versichern, sind die Colonisten in Rosch-Pina und Sichron-Jakob zufrieden und glücklich! Ich wünsche dies allen rumänischen not h leidenden Juden, selbe soweit zu sehen! Ich bin gut informiert, ich stehe in ständigem Contact mit den Colonisten. Keiner geht in Rumänien vorbei, ohne bei mir einzutreten und Rapport zu geben. Nur nicht zu pessimistisch und alles unter die Lupe nehmen, die Sonne hat auch Flecken! Wir wollen also nicht das Seciermesser an alles anlegen, was nicht unseren Intentionen gemäss ist; wir müssen vor allem Gerechtigkeit üben gegen jedermann, wie wir wollen, dass man uns Gerechtigkeit verschaffe! Als wir in Rumänien vor 17 Jahren angefangen, als „Chowewe-Zion" zu arbeiten, und von den damaligen1 C. C. haben wir hier die sehr ehrenwerten Herreh Dr. Lippe und Dr. Gaster und meine Wenigkeit, war unser Streben gleich vom Anfang: Hasken azmecho befrosdor Iman tekonesletraklin, als Vorbereitung zu etwas Höherem. Präs. Dr. Herzl: Die 5 Minuten sind überschritten. Del. Pineies: Wir ahnten schon damals, dass etwas grosses sich in Israel vorbereite, eine neue Aera! Ad schekamta Herzl, schekamta ab be Israel, bis Herzl aufstand als Haupt in Israel! Wir wollen uns deshalb nicht diese Freude verbittern lassen durch einen, wenn auch sehr schönen, aber in vielen Punkten unrichtigen Bericht, wie leid es mir auch thut, dieses dem Herrn Dr. Mozkin sagen zu müssen. Wollen wir daher aufrichtig sein und frei und offen hier erklären : die Juden in Rumänien können nicht warten, bis sie in Palästina völkerrechtlich colonisiert werden können und wir bitten den hohen Congress in Anbetracht der Noth, in der sich unsere Glaubensgenossen in Rumänien befinden, ausnahmsweise deren Emigration zu tolerieren und uns nicht als Abtrünnige zu betrachten. (Bravo, Bravo!) Vicepräs. Dr. Nordau übernimmt den Vorsitz. Del. Rappaport: Geehrter Congress! Da ich blos 5 Minuten Zeit habe, hoffe ich, dass man mir nicht die Zeit anrechnen wird, die ich für den Weg von meinem Sitz bis zur Tribüne gebraucht habe. Es ist nicht meine Absicht, irgendwelche selbständige Ansicht auszusprechen, denn ich fürchte, das wäre nicht im Sinne des Congresses. Ich beschränke mich blos darauf, einige Facta zu constatieren und auf Grund derselben den beiden geehrten Vorrednern zu widersprechen. Ich schliesse mich vollständig dem gestern vorgelesenen Referate des Herrn Mozkin an, ebenso dem des Herrn Prof. Mandelstamm, dass