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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1898-01-01 · 2 (1898) Basel, 28. bis 31. August 1898 · p. Seite 186

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
2 (1898) Basel, 28. bis 31. August 1898
Date
1898-01-01
Page
Seite 186 (sequence 186)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
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— 186 — Del. Pineles: Sehr geehrte Versammlung! Ich will mich kurz fassen, ich hätte nicht ein Wort gesprochen und meine Collegen aus¬ Rumänien auch nicht, wenn mich nicht der gestrige Bericht des Herrn Dr. Mozkin dazu in die Schranken gefordert, geradezu provociert hätte. Sein Vortrag über das heilige Land war vortrefflich, das, was er aber über die Colonien gesagt, ist In vielen Theilen unrichtig, weil er falsch informiert war. Er hat zufällig solche Leute gefunden (ich will nicht sagen gesucht), die mit der Administration der Rothschild Colonien unzufrieden sind. Nun wissen wir es, bne Korach lau messur Opposition wird immer existieren, es kann gar nicht anders sein und soll nicht anders sein! Aber über Angelegenheiten den Stab brechen^ Personen zu kritisieren, die nicht da sind, um sich vertheidigen zu können, das ist des Congresses nicht würdig. Wir haben nicht Kritik zu üben über Palästina, Argentinien, bzw. solange wir nicht besseres an ihre Stelle zu setzen imstande sind. Dann ja, dann sollen wir unnachsichtlich alles an den Pranger stellen — aber, nur dann! Also warten wir bis dahin! Das hochverehrte Präsidium und die sehr ehrenwerte Versammlung kann ganz ruhig sein; ich bin zwar ein alter „Chowewe-Zion" von echtem Schrott und Korn, dabei aber durch und durch Congressler, wie nur einer hier, ich darf es dreist sagen. Es wird mir niemand den Vorwurf machen können, irgend etwas gegen die Intentionen des hohen Congresses vorbringen zu wollen. Und nun zur Sache. Wenn Herr Dr. Mozkin bemerkte, die Colonisten haben in den ersten Jahren furchtbar gelitten, muss ich dem zustimmen, das ist auch zu begreifen und darf uns nicht im mindesten zu Mitleid rühren. Wenn russische und rumänische Juden zu hunderten und tausenden in den Schanzen von Plevna bluteten, und deren Gebeine auf den Schlachtfeldern der Balkanhalbinsel modern für bulgarische Freiheit, können sie für jüdische Freiheit auch Opfer bringen; da ist Mitleid nicht am Platze. Wenn Herr Dr. Mozkin meint, die Zustände in den Colonien im Heiligen Lande wären unsicher wegen Phyiloxera, so sage ich, das ist eine Fügung Gottes, für die niemand verantwortlich gemacht werden, kann, aber gerade da sehen Sie, dass die Verwaltung eingreift, amerikanische Reben pflanzt, was ohne Hilfe und Unterstützung der Protectoren, seien sie Barone oder Vereine, nicht würde durchgeführt werden können. Wann die Leute in den Rothschild'sehen Colonien abzahlen werden, was sie schuldig sind? Nie! — sie sind aber auch nichts schuldig. Die Einrichtung ist dort so getroffen, dass die Producte (Weine) zwar an die Administration abgeliefert werden, aber die Colonisten auch über einen Theil der Gelder verfügen; denn ich weiss positiv, dass einige an 60.000 Frcs. besitzen, andere zu 5—6—20.000 Frcs.,. woher haben sie all diese Gelder genommen? Von zuhause haben sie alle nur das nackte Leben mitgebracht und einen reichen Kindersegen. Um Ihnen nur ein Beispiel zu geben, dass dem so ist, wollen. Sie notieren, dass, als vor einigen Jahren ein Störefried von der Colonie Sichron-Jacob entfernt werden musste, man ihm 1000 Napoleons^ b a r 20.000 Frcs. auf die Hand zählte, sein Anwesen einem anderen Colonisten verkauft wurde und er sich anderswo ansiedelte. Das sind also nicht so gefährlich düstere Gegenstände, die die Informatoren dem Herrn Dr. Mozkin glauben machen wollten. Dass die Administration in den Rothschild'schen Colonien Gelder vergeude, Protectionskinder habe, etc. — das kommt in vielen Ländern und bei vielen Regierungen im Oriente vor, das sind Zustände, die sich nicht ändern lassen und die uns nichts angehen; ländlich-sittlich!

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