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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1898-01-01 · 2 (1898) Basel, 28. bis 31. August 1898 · p. Seite 184

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
2 (1898) Basel, 28. bis 31. August 1898
Date
1898-01-01
Page
Seite 184 (sequence 184)
Language
German, English, Hebrew
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- 184 — Institut, das von öffentlichen Geldern und für öffentliche Gelder geleitet wird, wäre imstande gewesen, dieses, so ungeheure Verluste bringende Experiment, zu machen. Präs. Dr. Herzl: Her Bambus, Sie haben die Zeit weit überschritten. Gerade, weil Sie einen anderen Standpunkt vertreten, habe ich Sie weiter reden lassen. Aber wenn Sie sich dagegen verwahren, was Herr Mozkin. der, durch uns nach Palästina geschickt, an Ort und Stelle durch viele Wochen die Verhältnisse studiert hat, dem zu glauben wir. alle Ursache haben, uns berichtet hat, so möchte ich doch nicht, dass sie auf der anderen Seite die Verdienste von Leuten hervorheben, von denen wir vielleicht nicht alle so überzeugt sind wie Sie. (Lebhafter Beifall und Widerspruch.) Ich wäre daher der Ansicht, dass Sie mit möglichster Vermeidung der Nennung von Personen hier discutieren und sich auf das Nöthigste beschränken. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Ich möchte Sie nicht beschränken und bin überzeugt, dass der Congress Ihre sehr interessanten Ausführungen anhören wird. Ich möchte nur nicht, dass persönliche Fragen, welcher Art immer, von dieser Tribüne aus lanciert werden. (Lebhafter Beifall.) Del. W. Bambus: Ich füge mich selbstverständlich dem Wunsche des Präsidiums und möchte nur das eine constatieren, dass wir, nicht wie es Herr Mozkin gesehen hat, einen Kriegszustand drüben haben, sondern einen Zustand der Pionniere. Unsere Colonisten müssen viel leiden und es geht nicht an, ohne schwere Leiden zum Ziele zu gelangen. Wenn wir heute weite]* sind, danken wir das der 16jährigen Thätigkeit, auf die wir aufbauen können. Herr Mozkin hat dann ausgeführt, dass Wein und andere Producte, insbesondere Wein, noch nicht verkauft worden sind. Er hat nur dabei übersehen, dass die Frage des Weinverkaufes seit 2 Jahren aufgetaucht ist. Der Wein wird mit jedem Jahre stärker verkauft und ich glaube, in kurzer Zeit wird diese Frage gelöst sein. Wenn dies heute noch nicht ganz der Fall ist, so ist darauf hinzuweisen, dass die Colonien nicht absolut auf den Wein angewiesen sind. In allen Colonien sind Obstbäume gepflanzt worden, und es wird darauf hingearbeitet, dass ein combiniertes System eingeführt wird, damit die Leute, wenn in einem Zweige Missernte ist, durch den Ertrag des anderen Zweiges ihr Leben fristen können. Herr Mozkin hat ferner ausschliesslich gesprochen von den Colonien unter der Rothschild'sehen Verwaltung, er hat aber nicht der selbständigen Colonien erwähnt und der unter Leitung der Chowewe Zion stehenden Colonien. Er hat einmal Kastinie genannt und davon gesprochen, dass das eine Mustercolonie sein soll. Das ist ein Irrthum. Kastinie ist keine Mustercolonie, sondern eine Experimentiercolonie. Man hat den Leuten dort die verschiedensten Quantitäten Grund und Boden gegeben. Man hat in anderen Colonien Experimente anderer Art machen müssen. Eine Mustercolonie hat der Verein bisher weder geschaffen noch schaffen wollen. Dennoch müssen wir sagen, dass die Resultate nicht unbefriedigende sind. Herr M o zkin selbst hat das ausgeführt, er hat nur betont, dass die Zustände unsicher sind. Meine Damen und Herren! Wie denken Sie sich in Colonien von verhältnismässig so kurzer Dauer in einem fremden Lande mit einem Volke, das des Ackerbaues ungewohnt war, in so kurzer Zeit sichere Zustände zu schaffen? Jedes'einzelne Produet in Palästina mit Ausnahme des Getreides muss mit dem Absatzmarkte im Auslande rechnen, für jedes einzelne Product müssen landwirtschaftliche Experimente gemacht werden. Und dann ist es wiederum nothwendig, den Markt des Auslandes zu erobern. Das kostet viel Zeit. Zum Beispiel der Oelbaum trägt erst in 11 bis 15 Jahren einen Ertrag. Wir haben die Colonien

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