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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1898-01-01 · 2 (1898) Basel, 28. bis 31. August 1898 · p. Seite 183

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
2 (1898) Basel, 28. bis 31. August 1898
Date
1898-01-01
Page
Seite 183 (sequence 183)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
…/3476254-3476258--0733-3476867
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- 183 - gegenwärtigen Colonisation und Infiltration unsere zionistischen Pläne irgendwie stören? Ich komme zu einem anderen Punkte. Die 5 Minuten Redezeit gestattet es mir nicht, die Rede des Herrn Mozkin zu widerlegen. Aber das muss ich mit aller Energie betonen, diese Schilderung der Verhältnisse war absolut einseitig. Herr Mozkin hat sehr gut gesehen, er hat ganz dasselbe gesehen, was ich gesehen habe. Und was er als Augenzeuge gesehen hat, kann ich auch bestätigen. Wenn aber Herr Mozkin sich von Colonisten allerlei hat erzählen lassen, so muss ich sagen, ich habe dasselbe gethan. Der Unterschied ist nur der, dass ich das nicht geglaubt habe. Ich bitte auch die Herren Journalisten die ausdrückliche Erklärung mitzutheilen, es besteht eine Wechselwirkung zwischen den Juden in Palästina und in den Colonien. Es haben die Juden in den Colonien von den Juden in Palästina sehr schlechte Eigenschaften übertragen erhalten und im Volke herrscht grosses Misstrauen gegen diejenigen, wreiche sie leiten. Das ist die Einwirkung der Verhältnisse von Jerusalem, und wenn Herr Mozkin die .schwerwiegendsten Anklagen erhoben hat gegen eine Anzahl von Beamten, ohne Namen zu nennen, so muss ich absolut erklären, dass, ehe der Beweis dafür erbracht wird, es mir unangemessen erscheint, diesen Beweis von der Tribüne zu erheben. (Beifall und Zischen.) Ich muss das erklären, weil ich aus eigener Erfahrung weiss, wie diese Anklagen zerschmelzen, wenn man ihnen näher treten will. Ich will mich mit einem Fall begnügen. Ich war selbst in Palästina. Man hat mir gesagt, ein Beamter wuchert die Colonisten aus. Ich habe erklärt, dass ich meinen ganzen Einfluss aufbieten werde — und ich glaube, ich besitze einen solchen — dass dem Betreffenden, der mir das mittheilte, nicht nur nichts geschehen, sondern dass er von der Verwaltung fort in eine andere versetzt werden wird, wo ihm absolut nichts geschieht, er soll den Beweis dafür erbringen. Und es war einfach unmöglich, den geringsten Beweis zu erbringen. Noch ein zweiter Fall, der noch charakteristischer ist. Man hat mir erklärt, class eine Protectionswirtschaft in der schlimmsten Form — ich will mich hier nicht deutlicher aussprechen, Sie werden schon sehen, was ich meine — dazu geführt habe, dass in einer Colonie einer Familie ein Verkaufsladen errichtet wurde. Ich bin in die Colonie" gekommen, habe mich orientiert bei einer Person, die das absoluteste Vertrauen hat. Ich erkläre, dass ich alle Namen nennen kann. Ich erkläre, dass mir dann auf die absolut zuverlässigste Weise mitgetheilt worden ist, dass in dieser Familie nur eine Frau, und zwar eine von ()0 Jahren, war. So zerfliessen die Anklagen in den weitaus meisten Fällen, wo man ihnen näher tritt, und ich kann sagen, dass sie in allen Fällen zerflossen sind, wo ich versucht habe, sie zu fassen. Es fällt mir absolut nicht ein, alles in Schutz zu nehmen, aber ich muss es als unzulässig bezeichnen, wenn man eine grosse Verwaltung in dieser Weise angreift, ohne das Beweismaterial zu haben. (Zustimmung.) Ich kann auf die anderen Punkte nicht eingehen. Nur auf eines möchte ich Sie noch hinweisen. Wir haben die Verwaltung des Baron Rothschild in der schärfsten Weise kritisiert, nicht nur in den Personen, sondern auch in der sachlichen Tendenz. Dem gegenüber muss ich darauf hinweisen, hätten wir Rothschild nicht gehabt, hatten wir heute überhaupt keine Colonien. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Und ich muss, was noch viel mehr ins" Gewicht fällt, darauf hinweisen, hätten wir schon eine Colonialbank gehabt, wir hätten doch keine Colonien gehabt, denn kein

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