Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 2 (1898) Basel, 28. bis 31. August 1898
- Date
- 1898-01-01
- Page
- Seite 181 (sequence 181)
- Language
- German, English, Hebrew
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/3476254-3476258--0731-3476865- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
- 181 - schildert worden sind, ein derartiges Werk vollziehen konnte, dann glauben wir, dass wir uns mit der Arbeit der Chowewe Zion Association nicht zu schämen haben und wenn die Zeit kommen wird, dass das Actionscomite auf legalem Wege ein derartiges Kind nach zweijähriger Thätigkeit aufzuweisen imstande sein wird, dann werden wir Colonisaüonsvereine mit dem grössten Vergnügen unsere Separatstellung und Existenz aufgeben und gemeinsam mit dem Actionscomite auch auf colonisatorischem Gebiete arbeiten. Da ich, meine Herren, der Ansicht bin, dass für die nächste Zukunft wenigstens die colonisatorischen Vereine eine temporäre Existenzberechtigung haben, glaube ich, class es nur recht und billig wäre, wenn diese temporäre Existenzberechtigung auch indirect in den Resolutionen angezeigt werde. Zu diesem Zwecke habe ich dem Präsidium einen kleinen Zusatzantrag zur Resolution 5 übergeben und es würde mich freuen, wenn jemand der Herren diesen Zusatzantrag der hohen Versammlung vorlesen möchte. Del. Dr. Mintz: Punkt 5 heisst nämlich: (liest): „Der Congress verpflichtet die Zionisten, ihren Einfluss dahin zu benützen, class alle Colonisationsgesellschaften nach einem der obigen Beschlüsse entsprechenden Plan zu bearbeiten sich bestreben." Herr Rabbinowitsch stellt nun folgenden Antrag: Es möge eingefügt werden, dass alle Colonisationsvereine, die ihre colonisatorische Thätigkeit selbstständig fortzusetzen gedenken." Del. Rabbinowitsch: Also meine Damen und Herren! In Bezug auf den Wortlaut, wie auch auf die politische Tragweite, welche ausgedrückt worden ist, in den Resolutionen, die hier vorliegen, glaube ich, dass die Colonisationsvereine sich vollkommen übereinstimmend erklären können, ohne ihren eigenen Principien in irgend' einer Weise entgegenzuhandeln. Selbst diejenigen Colonisationsvereine, die auf die Infiltration bereits angewiesen sind, werden imstande sein, sich in Einklang zu setzen mit den Wünschen des Actionscomites, wie es in diesen Resolutionen ausgedrückt ist. Vors. Dr. Herzl: Ich muss Sie aufmerksam machen, dass gestern beschlossen wurde, kein Redner dürfe mehr als Minuten reden. Del. Rabbinowitsch: Ich empfehle Ihnen, meine Damen und Herren, den Zusatz, den ich beantragt habe, anzunehmen. (Beifall). Vors. Dr. Herzl: Ich glaube nicht, class darüber abzustimmen ist. Die folgenden Redner mache ich aufmerksam, class gestern die Fünf-Minutenfrist beschlossen wurde. Del. Seph : (spricht im Jargon). Del. Menczel: Ich werde gegen die Anträge des Colonisationsausschusses, dem ich selbst angehöre, stimmen. Ich bitte Sie, dies aber nicht so aufzufassen, als ob ich ein Justamentspolitiker wäre, der sich auch einmal mit der Gloriole der besseren Ueberzeugung umgeben will. Ich habe Bedenken, weil ich nicht wünsche, class unsere Gegner Recht behalten, welche sagen, dass "w-ir Wasser in unseren Wein mischen. Mir ist ein starkes Getränk lieber, selbst wenn ich einige Unannehmlichkeiten davon habe, als gewässerter Wein. Ich gestehe aufrichtig, dass ich in diesem langsamen Colonisieren gar nichts erblicken kann. Wenn Sie das Geld, das Sie darauf verwenden, lieber hier den Leuten zuhause geben, haben Sie dieselben besser versorgt. Wenn Sie das Actionscomite verpflichten, das Geld zu Colonisationszwecken zu verwenden, so ist es besser, wir halten, keinen Congress, sondern thun das Geld zusammen und schicken 3 bis 4 Familien hinaus, Ich erblicke in dem langsamen Colonisieren