Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 2 (1898) Basel, 28. bis 31. August 1898
- Date
- 1898-01-01
- Page
- Seite 180 (sequence 180)
- Language
- German, English, Hebrew
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/3476254-3476258--0730-3476864- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
- 180 — verschiedene Vertreter dieser Colonisationsv er eine haben, ist ein genügender Beweis, dass die Colonisationsvereine dem Congress ihre Sympathien widmen. Sie haben auch bei der stattgehabten Debatte wahrgenommen,, dass keine störende 0]mosition vonseite der Vertreter der Colonisationsvereine vorgekommen ist; ein genügender Beweis, dass diejenigen Richtungen, welche man gewohnt ist, als feindliche Brüder zu betrachten, sich eigentlich gar nicht so feindlich gegenüberstehen, wie man es geglaubt und erwartet hat. Die Sympathie, welche der Congress jetzt auszusprechen berufen ist, ist, wie ich glaube, keinen Augenblick zu früh gekommen, und wenn Ihnen die Verhältnisse in England so bekannt wären, wie uns, so würden Sie vollkommen mit uns übereinstimmen, dass diese sympathischen Erklärungen vonseite des Congresses wenigstens für England ein zeitgemässer Schritt selbstverständlich ist, denn unsere Verhältnisse in England haben sich in einer Weise zugespitzt und die Anfeindungen, die unter den Zionisten, die sonst eine und dieselbe Richtung verfolgen, bestanden, waren in glücklicher Weise derart, dass wir uns eigentlich unseren Feinden gegenüber förmlich lächerlich machen. Das ist milde gesprochen. Doch glaube ich, meiner Aufgabe nur theilweise zu genügen, wenn ich blos auf die Lichtseite aufmerksam machen sollte, ohne zu gleicher Zeit auch unsere Stellung, die wir nicht blos der Vergangenheit nach, sondern auch der Zukunft nach dem Congresse gegenüber einzunehmen gedenken, zu präcisieren. Ich bin der Meinung, dass die Colonisationsvereine verpflichtet sind, nach wie vor, ihre colonisatorischen Bestrebungen auch selbstständig fortzusetzen, und der Grund dieser meiner Behauptung ist, weil ich eine Verschmelzung mit dem Actionscomite nicht anrathe, da ich der Meinung bin, dass die Zeit dazu noch nicht reif ist. Mag man die vergangene Thätigkeit des Actionscomites noch so gut beurtheilen, man muss sich doch gestehen, wenn man die Sache frei und vorurtheilslos beurtheilt: Das Actionscomite befindet sich noch im Stadium der Aspiration. Von besonderen Thaten konnte keine Rede sein und ist keine Rede. Ich beziehe mich nicht blos auf das politische Gebiet, ich beziehe mich hauptsächlich auf das colonisatorische Gebiet und auf diesem Gebiete konnte man ja vom Actionscomite eigentlich nichts erwarten, weil das Actionscomite in dieser Richtung eigentlich bis jetzt nichts versprochen hat. Allerdings verspricht das Actionscomite in dieser Richtung eine neue Bahn einzuschlagen, was wir natürlich mit Freuden begrüssen^ aber zugleich verkennen wir durchaus nicht, dass es für den Moment ein Vorhaben ist, ein Unternehmen, ein wohlwollendes Unternehmen vonseite des Actionscomites. Es müssen wahrscheinlich noch Jahre vergehen, bis das Actionscomite derartige Resultate auf legalem Wege aufzuweisen imstande sein wird, welche die Chowewe Zion auf illegalem Wege bereits aufgewiesen haben. Meine Damen und Herren! Der Berichterstatter, der gestern über die Verhältnisse in Palästina liier gesprochen hat, hat eine Colonie Kastinie erwähnt, und wenn Sie sich noch dessen erinnern, hat er diese Colonie sehr rühmlich hervorgehoben. Ich habe das Vergnügen, meine Herren, Ihnen bekannt zu machen, dass diese Colonie, welche so rühmlich hervorgehoben wurde und welche das Werk der Chowewe Zion Association ist, blos ein zweijähriges Kind ist und wenn die Chowewe Zion Associatioii in so kurzer Zeit und unter solch' schwierigen Verhältnissen, wie sie hier ge-