Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 2 (1898) Basel, 28. bis 31. August 1898
- Date
- 1898-01-01
- Page
- Seite 172 (sequence 172)
- Language
- German, English, Hebrew
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— 172 Dass dieses Vertrauen in unsere Führer, denen wir alle mit grösster Liebe entgegenkommen, wirklich in den grossen Massen des Volkes existiert, beweisen die Ziffern, welche Herr W o 1 f f s o h n heute genannt hat. Dass 95 Percent aller Zeichnungen von Einzelnen kommen, beweist, dass die Ansicht derjenigen, welche sich als patentierte Vertreter der Arbeiter hinstellen, nicht richtig ist. Für mich sind die 5000 Wähler des Herrn Dr. H e r z 1 inBoryslav der grösste Beweis, dass die wahren jüdischen Arbeiter für uns sind. (Lebhafter Beifall und Hän deklatschen). Noch eines zum Schlüsse. Wenn die Auftraggeber nicht volles Vertrauen zu Herrn Dr. Herzl hätten, hätten sie die Shares nicht gezeichnet. Ich habe im Auftrage derjenigen, die mich zum Generalredner gewählt haben, noch einige Anträge zu stellen. Ein Herr sagt: „Jede der Unternehmungen ausserhalb der Türkei muss zu zionistischen Zwecken führen. In diesem Falle kann auch „Orient" bleiben". Dem schliesse ich mich an. Ein anderer Antrag lautet: „Aenderungen der Bestimmungen bezüglich der Hauptzwecke des Zionismus können nur mit Zustimmung von neun Zehntel der Actionäre beschlossen werden." Hierauf erwidere ich, dass hier Prospect und Statuten verwechselt werden. Ferner liegt ein Antrag vor, welcher sich gegen die Colonisation in Palästina wendet. Darüber wurde bereits gesprochen, das gehört nicht hieher. Ich bitte Sie nunmehr im Namen der Herren, welche mich gewählt haben: Stimmen Sie für die Bank heute, und sofort, stimmen Sie ab, so wie die Anträge vorliegen; denn wir haben die Ueberzeugung, nach diesen wird die Bank gross und mächtig werden und in den Händen derjenigen, welche wir wählen, wird sie zu denjenigen Zwecken verwendet werden, die wir im Sinne haben. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Del. Schenkin (zur Geschäftsordnung — spricht russisch). Del. Ettingen (spricht russisch). Vors. Dr. Herzl: Wenn ich recht verstanden habe, so wünschen die Pro-Redner, welche Herrn Dr. Marmorek gewählt haben, dass in den Absatz 1 des § 1 nach dem Worte „Orient" hineinkomme: „Insbesondere in Palästina und Syrien" und im zweiten Absätze nach dem Worte „Ackerbaucolonien" die Worte: „In Palästina und Syrien". Ich bemerke, dass eine ganze Reihe von Anträgen ungefähr denselben Inhalt hat. Auch den Contra-Rednern, wenigstens so weit ich Herrn Bambus verstanden habe, handelt es sich um Palästina. Ich glaube, Herr Dr. Bodenheim er wird auf dieses Bedenken Rücksicht nehmen und ich will daher vorläufig diese Anträge nicht zur Verlesung bringen, um die Sache abzukürzen. Dr. Bodenheimer: Ich werde mich aus zwei Gründen kurz fassen. Erstens ist es sehr schwer, mit leerem Magen über eine Bank zu sprechen, bei der 20 Millionen Rubel 40 Millionen Mark gewissermassen der Phantasie vorschweben. (Heiterkeit.) Ein zweiter wichtiger Punkt ist folgender: Eines unserer englischen Mitglieder sagte: Was halten Sie lange Reden, das ist doch busines, Geschäftssache. Die Bankconferenz hat die Ueberzeugung erlangt, dass es ihr unmöglich ist, die Bank zu begründen, wenn sie nicht in der Lage ist, erst ein Comite vorzuschlagen, welches vom Congresse bestätigt wird, und zweitens leitende Grundsätze aufzustellen — kein Statut — welche