Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 2 (1898) Basel, 28. bis 31. August 1898
- Date
- 1898-01-01
- Page
- Seite 173 (sequence 173)
- Language
- German, English, Hebrew
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— 173 - dem Bankcomite übergeben werden, damit dieses in der Lage ist, zu wissen, wieweit seine Vollmacht und seine Verantwortlichkeit geht. Das Bankcomite, das Sie wählen werden, ist Ihnen verantwortlich, dem Congresse, dem ganzen jüdischen Volke, und was es jetzt thun wird, das wird es in dem Bewusstsein thun müssen, dass die Verantwortung, die ihm obliegt, eine überaus schwere und grosse ist. Aber Sie können nicht darauf eingehen, hier einzelne Punkte, einzelne Wünsche in Paragraphe zu fassen und statutarisch festzulegen; denn, meine Damen und Herren, Sie sind wohl berechtigt, mitzusprechen bei der Gründung der Bank, Sie sind wohl berechtigt, die Gründung der Bank vom zionistischen Gesichtspunkte zu beschliessen; aber Sie sind hier nicht die Gründer der Bank. Es ist ein einfacher geschäftlicher Gesichtspunkt, der uns zwingt, zu sagen: Wir können nur dem Comite bestimmte Punkte mitgeben, die seine Verantwortlichkeit decken, wir können aber keine Statuten entwerfen, denn diese zu entwerfen und zu beschliessen, ist Sache der Actionäre, der Generalversammlung und der Gründer. Meine Damen und Herren! Diese Actionäre sind doch zum grössten Theile Zionisten. Diese betheiligen sich doch nicht an einer Bank, welche unter Aufsicht einer vom Congresse gewählten Corporation steht, wenn sie nicht im Sinne des jüdischen Volkes denken und fühlen, wenn ihnen nicht das zionistische Ideal vor Augen schwebt — und deshalb möchte ich Sie dringend bitten, über einzelne Punkte hier nicht weiter zu verhandeln, sondern die Resolution, so wie sie vorgeschlagen ist, im grossen und ganzen zu acceptieren — bis auf eine Einschränkung. Es wird mir nämlich soeben mitgetheilt, dass die Bankconferenz mit dem Zusätze: „Insbesondere oder vorzüglich in Palästina und Syrien" einverstanden ist. (Beifall und Händeklatschen.) Ich möchte Ihnen also im Sinne der Bankconferenz vorschlagen, an beiden Stellen den Satz einzufügen: „Insbesondere in Palästina und Syrien". (Widerspruch und Rufe : Warum „insbesondere"!) Ich glaubeim Sinne der Bankconferenz Ihnen erklären zu müssen, dass das Wort „insbesondere" unbedingt nothwendig ist, aus geschäftlichen Rücksichten, die hier nicht weiter erörtert werden sollen und können. Es muss z. B. eine Möghchkeit bestehen, vorläufig Colonien, welche einen Stand von Ackerbauern heranbilden sollen,, z. B. in Cypern, zu schaffen, einem Lande, welches gewissermassen die Eintrittsthür nach Palästina bildet und unter englischer Oberhoheit steht. Sie sehen daraus, dass man über eine Sache von vielen Gesichtspunkten sprechen kann und wenn schon dieser geringe Zusatz eine ausführliche Debatte zu eröffnen droht, so erhellt daraus, wie dringend nothwendig es ist, dass wir uns beschränken und im übrigen eine weitere Aenderung dieser Paragraphe in keiner Weise zulassen oder beschliessen. Schenken Sie den Herren, welche der Bankconferenz beigewohnt haben, und welche sämmtlich — ich wiederhole es — Delegierte zionistischer Vereine sind, das Vertrauen, dass sie das zionistische Interesse bei ihren Berathungen in erster Linie hochgehalten haben. Aber meine Herren, es handelt sich da um eine Sache, die nicht nur vom zionistischen Gesichtspunkte aus betrachtet werden darf. Wir stehen davor, zum , erstenmale eine wirkliche, in die Augen springende, reale That des Zionismus zu vollbringen. Es ist das ein historischer Moment für uns, und ich rechne auf den gesunden Sinn der hier anwesenden zionistischen Vertreter, dass Sie sich hier nicht durch Erwägungen beeinflussen lassen, welche vom idealen Gesichtspunkte aus ganz gerechtfertigt sind, welche aber für den praktischen Geschäftsmann in keiner Weise hier zum Ausdrucke und zur Geltung kommen können.