Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 2 (1898) Basel, 28. bis 31. August 1898
- Date
- 1898-01-01
- Page
- Seite 170 (sequence 170)
- Language
- German, English, Hebrew
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— 170 - . Ich will nun den einzelnen Herren Punkt für Punkt auf .ihre Angriffe gegen das Project des Finanzausschusses antworten. Ich beginne mit Herrn Syrkin. Wie wir1 alle wissen, ist Herr Syrkin Anhänger des Genossenschaftswesens. Ich respectiere jede Ansicht, aber mir scheint, wenn Herr Syrkin, dessen Ansicht allen anderen Ansichten des Congresses; entgegensteht, sagt, nur wenn der Congress sich seiner Ansicht anschliesst, würde er uns brüderlich die Hand reichen, ist das etwas zu viel. Zionisten auf Bedingung kenne ich nicht. (Lebhafter Beifall.) Ich bin Zionist ein für allemal und wenn diese Majorität, und ich glaube ich kann sagen, die überwältigende, Majorität gegen das Genossenschaftswesen ist, so gibt es nur Eines. Jeder, der ein guter Zionist ist, beugt sich und wahrscheinlich, wird jeder .von uns die Gelegenheit haben sich, zu beugen. Ich möchte den Zionismus auffassen als eine grosse Armee, in der jeder von uns ausnahmslos ein einfacher Soldat ist. der gehorchen muss. Wenn die Gesammtheit erklärt, er muss das oder jenes thun, so muss er seine Ansicht zurücklegen. Herr Syrkin hat sich noch eines Ausdruckes bedient, der ihm, wie ich glaube, nur entschlüpft ist. Er hat gesagt, er würde die Sache einem Congress mit einsichtsvolleren Vertretern des Zionismus übertragen. Ich glaube es würde Herrn Syrkin jetzt schwer fallen, dies zu vertheidigen. Nun komme ich zu Herrn Dr. Salz. Er hat sich gegen den § 2: des Statutentwurfes gewendet und hat sich des Ausdruckes „unwürdig" bedient. Etwas Unwürdiges wird die jüdische. Colonialbank. nie und nimmer thun, infolgedessen war der Ausdruck deplaciert. Eentable Unternehmungen können nie und nimmer unwürdig sein, insbesonderedann nicht, wenn diejenigen, weiche die Bank leiten, glauben, dass vorläufig, solange die Bank nocht nicht das thun kann, wofür sie gegründet ist, das Geld nicht festgelegt werden soll. Meine Herren! Vergessen Sie nicht, dass es sich um viele Millionen handelt. Sie werden doch nicht diese ruhig in die eiserne Casse legen und warten, bis Sie in die Lage kommen, den Zweck der Colonialbank zu erfüllen. Dr. Salz hat sich auch gegen den Ausdruck „vorläufig^ gewendet und gesagt, wir brauchen vorläufig keine Geschäfte machen. Darauf möchte ich ihm antworten: Nachdem wahrscheinlich einige Zeit vergehen wird, bis das ganze Capital, welches gezeichnet werden soll und wird, fertig daliegen wird, so muss bis zu diesem Momente, glaube ich,, und ich bin der Ansicht, auch die grosse Mehrheit, das Geld, irgendwie verwendet werden zum Wohle des Zionismus und der Bank. Denn durch den Eintritt in rentable Unternehmungen treten Sie aus dem todten Punkt einer jeden Unternehmung heraus. Die Bank wird bekannt, die Beziehungen werden angeschlossen und das wird zum Wohle der Bank und des Zionismus ausgenützt werden können. Jetzt komme ich auf einen anderen Punkt, welcher der Hauptangriffspunkt der Pedner der Minorität gewesen ist, das ist das Wort ..Orient" im § 1, Absatz 1. Mir schien es, als ob die Herren der Minorität das nicht vollkommen begriffen hätten und Punkt 1 und 2 stets verwechselten. Im Punkt 1 handelt es sich um Schaffung von industriellen Etablissements u. s. w. Punkt 2 handelt von jüdischen Ackerbaucolonien. Wie wollen Sie eigentlich Schifffahrtunternehmungen bloss auf Palästina und Syrien beschränken? Das wäre ja nur ein Localverkehr. Ebenso ist es mit Versicherungsgesellschaften., Diese haben doch Beziehungen und Niederlassungen und Filialen in der ganzen Welt. Und gerade die zionistischen Gesellschaften allein sollten einen rein localen Character annehmen? Das ist geschäftlich rein unmöglich.