Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 2 (1898) Basel, 28. bis 31. August 1898
- Date
- 1898-01-01
- Page
- Seite 162 (sequence 162)
- Language
- German, English, Hebrew
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- 162 - Sie fragten gar nicht, wozu die Bank sein werde, sie wussten, dass über der Bank unser Führer Dr. Herzl, stehen werde. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Und das hat für die Massen vollständig genügt. Ich sage, dass viele von uns, welche im Volke arbeiten, an Bedeutung im Volke nur dadurch gewonnen haben, weil sie auf ihrer Fahne den Namen „Herzl" getragen haben. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Ich muss den hier anwesenden Delegierten als Leiter des Correspondenzbureaus in Russland aus den vielen Berichten, 'die ich bekommen habe, ankündigen, dass es dem Dr. Herzl gelingen würde, für, eines seiner Worte mehr Vertrauen zu gewinnen vom Volke, als wenn wir alle etwas Entgegengesetztes sagen würden. So grosse Kraft hat sein Name im Volke und warum? Ich glaube Dr. Herzl, als einer vom jüdischen Volke, welcher schon lange aus dem Volke heraus ist, hat intuitiv und auch aus der jüdischen Geschichte und der Beobachtung des jüdischen Volkslebens das jüdische Volksideal verstanden und es offen der Welt dargelegt. Und das Herz unseres Volkes und das Herz unseres Führers sind zusammengekommen und haben einen Vertrauensbund , auf ewiggeschlossen. Ich glaube, dass wir auch weiter in diesem Sinne als Leute, die in Banksachen nichts verstehen, das volle Vertrauen, das das Volk zu unserem Führer fühlt, hier zum Ausdrucke bringen sollten: Wir haben kein Recht zu sagen, dass wir in etwas einen geringsten Zweifel setzen. Das wird Lüge sein. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Wenn ich überhaupt noch, jetzt auf das Bankproject eingehe, muss ich dies insoweit thun, als ich einigen Rednern antworten will. Einige haben da nämlich gesagt : Was für Garantien haben wir, dass die Sache eine Volkssache ist? Herr Wolffsohn und Herr Doctor Bodenheimer sind keine Privatpersonen, sie haben ihre Arbeit unter Leitung und Aufsicht unseres Führers gemacht und ich glaube, dass wir von diesem Standpunkte ausgehend im Referate des Herrn Wolffsohn ganz gut die demokratischen Principien herausfinden können. Man muss eben wischen den Zeilen lesen und sehen können. Nun glaube ich, das Statut1 ist noch nicht fertig und wurde noch nicht vertheilt. Wem bleibt das Statut unterworfen? Dem Manne, welchem das Volk und wir glauben müssen, das ist Dr. Herzl. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Man sagt, dass die Bankcommission, welche vorgeschlagen wird, noch nicht unser Vertrauen verdient, noch nicht vollständig Garantie leistet. Aber im Namen des Volkes muss ich sagen, dass es vollständig Garantie leisten wird, wenn die Commissi on vollständig gebunden ist, in dem Sinne, dass sie jeden Schritt und jede Thät nur unter dem Stempel unserer Führer vollzieht. Ich nenne den Namen, weil es nöthig ist. Wir können nicht das Actionscomite damit verbinden, weil nach dem englischen Gesetze die Namen genannt werden müssen, und nicht ein Organ, welches keine juridische Bedeutung hat Was gelten uns ferner Garantien, welche in Büchstaben geschrieben sind? Die Hauptgarantie ist die, dass die Sache zionistisch sein wird. Wir müssen selbst sehen und arbeiten, dass die Actien der Masse des Volkes angehören; nur wir allein können Garantien schaffen. Wenn alle Actien dem Volke angehören, dann wird die Bank eine Volksbank sein. Ich kann sagen : kein Mann vom Volke wird ein solches Kleinod, den Grundstein zur Bildung unserer Heimstätte, jemals verkaufen. Das ist ein Heiligthum für das Volk. Ich glaube, wenn wir dem Volke die Actien der Bank anvertrauen, wird es dieselben hie verkaufen. Das ist die einzige Garantie der zionistischen und Volksrichtung der Bank.