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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1898-01-01 · 2 (1898) Basel, 28. bis 31. August 1898 · p. Seite 161

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
2 (1898) Basel, 28. bis 31. August 1898
Date
1898-01-01
Page
Seite 161 (sequence 161)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
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— 161 — Schriftführer Dr. Schauer: Weil wir für das Volk arbeiten, das hat vielleicht manchen von uns schweren Schaden eingetragen, bei gewissen anderen Classen der Juden. Aber wir Zionisten machen diesen Unterschied nicht, den andere Classen unseres Volkes machen, die schon genügend gekennzeichnet sind, durch die Worte des verehrten Herrn Vizepräsidenten auf diesem und dem vorjährigen Congress, die ich nicht weiter erwähnen werde, weil es nicht der Mühe wert ist, dass man ihrer erwähnt. Ich will Sie nicht mit technischen Ausführungen über Bank und Bankgründung belästigen, ich fühle mich weniger competent darüber zu sprechen, als mancher der Herren, die uns genossenschaftliche Gliederung angerathen haben. Vielleicht verstehen sie mehr davon. Mein Beruf hat mich schon wiederholt in die Lage gebracht, mich mit solchen Fragen zu beschäftigen. Eine Bank mit genossenschaftlicher Gliederung kann in dem Sinne absolut nicht wirken. Denn bei einer Bank, die auf genossenschaftlichem Wege arbeitet — ich erinnere an die Deutsche Genossenschaftsbank — sind keine Theile von 20 Mark oder 25 Francs, da sind grosse Antheile. Nun, ich nehme zum Vortheile des Herrn Antragstellers an, dass er an dem Zionismus nicht als Versuchskaninchen Experimente machen will, mit dem Genossenschaftswesen (Lebhafter Beifall), ich nehme an, er wollte es dadurch blos verhindern, wie er selbst gesagt hat — ich nehme das zu seinem Vortheile an, die Annahme mag vielleicht nicht gerechtfertigt sein — dass Actien in die Hände von Nicht-Zionisten kämen, dass unwürdige Börsenspeculation damit getrieben werde. Nun, meine Herren, ein Bück auf den Courszettel beweist Ihnen ja, dass es ganz bestimmte Actien sind, die zu Speculationszwecken benützt werden, dass eine Actiengesellschaft nicht nothwendig dazu gegründet werden muss, damit man mit ihren Actien speculiert, sondern wir wollen eine angemessene Capitalsbetheiligung dadurch herbeiführen, um allen Gelegenheit zu geben, mit ihrem Capital an unserem Unternehmen mitzuarbeiten. Das kann in einem Worte in den Statuten gesagt werden, aber darüber ist doch kein Wort mehr zu verlieren. Und dann, diejenigen, welche Actien nehmen, sind Zionisten, und glauben Sie, ein Zionist wird seine Ideale so sehr verkennen, dass er an einen Nichtzionisten Actien verkauft, um eines Gewinnes willen? Da stellen Sie sich selbst ein schlechtes Zeugnis aus. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Ihr Beifall zeigt mir, dass ich verstanden worden bin, und ich halte es daher für überflüssig, weiter darauf einzugehen. Aber noch ein Wort im Interesse des Zustandekommens der Bank! Gewisse specielle Wünsche, die hier gewisse Herren, die nur in einer kleinen Gruppe existieren, vorbringen, sind bei der heutigen Gesellschaftsordnung absolut nicht zur Geltung zu bringen und deshalb wäre es vom Vorth eil, dieselben hier lieber ganz zu unterlassen. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Beisitzer Dr. Kohan-Bernstein : Nach der Rede des Herrn Rechtsanwaltes, der diese Frage als einigermassen competenter Mann behandelt hat, muss ich vor allem erklären, dass ich von Banksachen überhaupt nichts verstehe. Ich glaube, dass ich in diesem Bekenntnis ein Bekenntnis der ganzen Versammlung ausspreche. (Zustimmung). Und wenn ich hier das Wort ergreife, thue ich es eben nur als einer vom jüdischen Volke. Ich will das sagen, was die meisten unserer Actionäre, welche subseribiert haben, an meiner Stelle sagen möchten, und ich will dazu auch den Beweis liefern. Als nur die Nachricht von der Gründung der Bank in die Volksmassen gelangte, da hat sie ein neues Leben in die Massen gebracht. 11

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