Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 2 (1898) Basel, 28. bis 31. August 1898
- Date
- 1898-01-01
- Page
- Seite 163 (sequence 163)
- Language
- German, English, Hebrew
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— 163 — 'Wer aber garantiert uns dafür, class die Gelder auch nach demokratischen Piincipien verbraucht Werden? Dafür garantiert uns nur einer, das ist Dr. Herzl. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Wir sind in .Banksachen nicht competent. -Wir sehen, dass die Bank unser erstes politisches Mittel ist, dazu, um unser Werk in Gang zu setzen. Wir brauchen nicht lange zu reden. Wir haben die Verpflichtung vor unserem Volke, unser Vertrauen zu Dr. Herzl auszusprechen und ich schlage vor, als ersten Schritt , unseres Vertrauens, welches wir ihm noch nicht gezeigt haben, als ganzen Dank für seine grosse Mühe ihm •soviel Vertrauen zu schenken, dass. er diesen ersten Schritt selbständig macht. Die Juden sind so demokratisch gesinnt, dass sie einen Herrscher nicht dulden werden; aber soviel Vertrauen können wir Dr. Herzl .schenken, dass wir ihm den ersten Schritt anvertrauen. Ich schlage daher Schluss der Debatte ohne Anhörung der vorgemerkten Redner vor. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Del. Dr. Wilensky (zur Geschäftsordnung) : Ich muss dagegen protestieren, dass man hier eine Debatte verknüpft mit einem Vertrauensvotum für unseren sehr geschätzten Präsidenten Herrn Doctor Herzl. Das geht nicht. Vertrauensvota sprechen wir anders aus, die verknüpfen wir nicht mit ernsten Debatten. (Beifall.) Del. Syrkin : Werte Genossen! Ich warne Sie davor, die Minorität, welche sich hier zum Zwecke und Nutzen des Zionismus geltend inachen will, durch Schluss der Debatte zu majorisieren. Das wird in den weitesten Kreisen dem Zwecke des Zionismus nicht zu Ehre und Nutzen gereichen. Vielmehr wird es zum allgemeinen Nutzen unserer heiligen Sache gereichen, wenn wir auch die Minorität werden zur Sprache kommen lassen. Ich bitte Sie darum, auf dem früher angenommenen Antrage zu beharren und auch die Minorität, welche ebenso für den Zionismus fühlt und denkt wie die Majorität, zu schützen und anzuhören. (Beifall.) Vors. Dr. Herzl: Ich glaube, die Bedenken des Herrn Syrkin sind vollkommen gerechtfertigt und ich selbst muss darum bitten, dass sie die Debatte nicht vorzeitig unterdrücken. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Ich habe Herrn Dr. Kohan-B ernst ein nicht unterbrochen, als er »die Verantwortung für diese ganze Sache mir gleichsam übertragen wollte. Ich trage sie gewiss mit, aber vergessen Sie nicht, class diese Vorarbeiten, alle diese Schriftstücke, die Ihnen vorliegen, das Ergebnis langer Arbeit bereits sind, class seit Monaten gearbeitet wurde, bevor •die erste Verlautbarung erfolgte, class es Vorconferenzen aller Art gegeben, und dass diese bis in den letzten Augenblick gedauert haben. Ich halte es für ganz ausgeschlossen, class man jemals ein Elaborat zustandebringt, das allen zusagt. Was Ihnen hier vorliegt, ist eine grosse •ernste Arbeit, an der ich allerdings auch ein — aber geringes — Verdienst habe, wenn ich auch die grösste Verantwortung für mich in Anspruch nehme. Ich bitte Sie aber, die Debatte nicht zu unterdrücken, weil vielleicht noch vo'.v.cbieclone andere Gesichtspunkte zum Vorschein kommen werden. Wir uerden dann sehen, was die Herren, welche Gegner dieser Bank sind, die vom ersten Cougress proclamiert wurde, vorzubringen "haben. (Beifall.) Del. Syrkin: Werte Congressgenossen! Sie werden mir wahrscheinlich Alle zugeben und mir zustimmen, class auch die Minorität, welche sich als eine Gegnerin der Bank in der gegenwärtigen Form hier kundmacht, es ebensogut mit der zionistischen Sache meint, wie die Majorität, und wenn wir hier einen gegnerischen Ton anstimmen, 11*