Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 2 (1898) Basel, 28. bis 31. August 1898
- Date
- 1898-01-01
- Page
- Seite 160 (sequence 160)
- Language
- German, English, Hebrew
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— 160 — kommen muss und dass bis jetzt noch kein Modus gefunden worden, sei, wie man eine demokratische Bank überhaupt herstellen könne. Del. Klepper: Ich bin so frei, einen Antrag zu stellen. Eswurden schon viele Redner für und gegen gehört, alle haben uns auch auf die Wichtigkeit der Colonialbank aufmerksam gemacht, aber niemand ist gekommen, um etwas vorzubringen, was man thun soll, so dass die Discussion bis jetzt eigentlich unnütz war. Ich beantrage nun die Annahme der Vorlage des Prospectes der jüdischen Colonialbank. Was die- Statuten anbelangt, so überlassen wir deren Ausarbeitung dem Bankcomite. Wir können erst dann über die Statuten discutieren, bis man sie uns vorgelegt hat. Ich bitte über meinen Antrag abstimmen zu lassen. Schriftführer Dr. Schauer: Meine Damen und Herren! Ich hatte ursprünglich nicht die Absicht, in die Debatte einzugreifen. Die Worte des Herrn Dr. Färb stein nöthigen mich aber, von meiner ursprünglichen Absicht abzugehen. Vor allem spreche ich ' pro domo mea. Dem allerersten Bankcomite wurde der Vorwurf gemacht, es hätte die Frage nicht genau studiert und ähnliche Einrichtungen nicht genug berücksichtigt. Herr Dr. Farbstein hat keinen Einbück in die Arbeit und die aufopfernde Thätigkeit des Herrn Wolffsohn, der Tag und Nacht an der Sache gearbeitet hat (Lebhafter Beifall und Händeklatschen) und es ist geradezu frivol, einen derartigen Vorwurf zu machen. Ich glaube darauf nicht weiter eingehen zu müssen. Herr Farbstein hat weiter gesprochen, es sei noch keine Zeit, die Bank zu gründen. Ich bin auch der Ansicht, dass man eine derartig wichtige Sache nicht von heute auf morgen machen darf, dass sie reiflich überlegt werden muss. Aber ich glaube, die Frage ist schon genügend studiert. Es ist endlich einmal Zeit, die Massen verlangen auch etwas, die Leute haben gezeichnet, und wollen nun die Erfolgeihrer Zeichnung sehen. Wann die Commission fertig werden wird, lässt sich nicht absehen. Aber sie wird in diesem Jahre fertig werden und wird dem nächsten Congresse mit dem fertigen Bankprojecte entgegentreten» Herr Farbstein hätte dann gewünscht, dass die Bank auf eine andere Grundlage, als auf die von Actien gestellt werde. Ich bin ebenso Jurist, wie Herr Dr. Färb stein, ich kann mir eben eine andere Grundlage nicht denken, als Actien. (Dr. Farbstein: Genossenschaft!) Ich habe mir das gedacht, dass das kommt. Das scheint ja das Steckenpferd einiger Herren zu sein, und ich möchte auch darauf erwidern, damit es nicht den Anschein gewinne, als stünde die Mehrzahl der Mitglieder des Congresses auf diesem genossenschaftlichen Standpunkte. Meine Damen und Herren! Ich bin so demokratisch gesinnt,, wie irgendjemand, obschon ich nicht immer das Wort „vom Volke" im Munde führe, weil ich der Ansicht bin, dass es keinen Gegensatz bei uns geben soll, zwischen Volk und — anderen (Lebhafter Beifall und Händeklatschen), weil ich selbst weder diesen Gegensatz mache (Dr. S. R. Landau: Aber Sie kennen ja das Volk gar nicht!) Wenn das Volk genannt wird, macht es den Anschein, als würde es im Gegensatze zu den anderen Classen gestellt, und ich mache diesen Unterschied nicht, ich bin das Volk. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Vors. Präs. Dr. Herzl: Herr Dr. Landau sollte, doch darüber nachdenken, aus welchem Grunde wir uns hier versammeln. (Lebhaffcer- Beifall und Händeklatschen.)