Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 2 (1898) Basel, 28. bis 31. August 1898
- Date
- 1898-01-01
- Page
- Seite 159 (sequence 159)
- Language
- German, English, Hebrew
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— 159 — Für mich gibt es nur einen Standpunkt:. Jetzt keine Bank beschliessen, sondern die Sache einer Commission überweisen und dem nächsten Congresse vorlegen. Man gründet keine Bank aus dem Stegreif. Es stehen dann solche Unglücksfälle bevor, wie bei anderen Bankgründungen. (Beifall einerseits, Widerspru c h andererseits.) Del. Pineles: Meine sehr geehrten Anwesenden! Ich bin kein Aclvocat und kann Herrn Dr. Färb st ein nicht die Wage halten. Ich kenne meine Leute in Rumänien. Ich habe ein Flugblatt, wie wir von der vorigen Conferenz in Wien nach Hause gekommen sind, in 10.000 Exemplaren verbreitet und in drei Monaten haben wir 30.000 Shares gesammelt, alle einzeln, bis auf wenige. (Lebhafter Beifall.) Das ist das Volk, das zu uns Vertrauen hat; ob dies bei Banquiers ebenso sein wird, weiss ich nicht. Meine Collegen aus Rumänien sind hier und werden mir das Zeugnis geben : Nur Braila und Galatz haben 16.000 Shares gezeichnet, die anderen 16.000 sind aus den übrigen Städten. In Bukarest. Jassy und Botuschany, wo die grösste jüdische Bevölkerung ist, wurde am wenigsten gezeichnet, weil nicht die geeigneten Personen vorhanden waren, um die Sache in die Hand zu nehmen. Wenn in diesen Städten sich geeignete Personen finden, so können wir wahrscheinlich auf 2 Millionen Francs aus Rumänien rechnen, das ist 80.000 Shares. Mein geehrter Vorredner Dr. Farbstein glaubte, man solle die Sache verschieben. Meine Mandatare wollen aber je eher je lieber anfangen, wenn auch mit einer kleineren Summe; aber ein Anfang soll gemacht werden. Wir sollen die Sache nicht verschleppen, dem Muthigen gehört die Welt, frisch gewagt ist halb gewonnen! Der Herr Vorredner meint, die Actien sollen nur in die Hände von Zionisten kommen. Ich weiss aber nicht, wie die Form zu finden sein wird. Bei der Agricolbank in Rumänien besteht die ausdrückliche Bestimmung: Es darf kein Jude solche Actien nehmen. Wir könnten vielleicht sagen: Es darf kein Christ solche Actien nehmen. Es sind viele Christen zu uns gekommen, wir haben sie aber nicht zeichnen lassen, nur zwei Türken haben wir dies erlaubt. Was die Banquiers betrifft, so können wir ja nur die Subscriptionen übernehmen, das Weitere muss der haute finance überlassen werden. Ich möchte noch bemerken, class die Commission von 9 Mitgliedern das Recht hat, sich zu cooptieren. Wenn wir nach Rumänien kommen, werden wir uns mit grossen Banquiers in Verbindung setzen und diese werden sich der Sache annehmen, wenn sie wissen, dass sie .auf gesunder Basis fusst. (Beifall und Händeklatschen.) Del. Del in es (zur Geschäftsordnung): Ich habe 42 Stimmen .gehabt für Fortsetzung meiner Rede. Ich habe russisch gesprochen und die deutschen Collegen haben nicht verstanden, was ich gesagt habe. Wäre es ins Deutsche übersetzt worden, hätte ich alle deutschen •Collegen für mich gehabt. (Vorsitzender unterbricht den Redner.) Ich wollte dies nur constatieren. (Heiterkeit.) Del. Berger (spricht russisch). Vicepräs. Prof. Dr. Mandelstamm : Herr Berger sagte, dass einige Abänderungen zu treffen seien, dass man genau sagen soll: „Palästina und Syrien". Im übrigen verlässt sich Herr Berger vollkommen auf das, wras bis jetzt seitens des Centralcomites gemacht worden ist und was in dem Entwurf eines Prospectes dargelegt wrorden ist. Er sagt: Wir können jetzt unmöglich anders verfahren. Er betrachte die Bank als ein Finanzgeschäft, welches durchaus in die Hände von Sachkennern