Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 2 (1898) Basel, 28. bis 31. August 1898
- Date
- 1898-01-01
- Page
- Seite 156 (sequence 156)
- Language
- German, English, Hebrew
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— 156 — Volk diese Personen zum grössten Theile nicht kennt. Wir haben eine sehr grosse Verantwortlichkeit vor dem Volke, und wenn wir in Anbetracht dieser Verantwortlichkeit zu dem Volke zurückkehren, müssen wir sagen, das Comite ist vor allen Dingen aus den Zionisten gewählt worden. Daher muss die Anzahl der betreffenden Personen grösser wrerden und es müssen Personen hineinkommen, die sich für den zionistischen Gedanken interessiert haben, wie z. B. Dr. Bodenheimer und andere Personen. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen. Del. Dr. Weizmann (beginnt seine Rede in russischer Sprache und fährt dann deutsch fort): Also, es kann davon nicht die Rede sein, dass wir mit einer detaillierten Kritik der Bankstatuten uns beschäftigen, aus zwei Gründen. Der erste und wichtigste ist der, dass wir diese Bankstatuten überhaupt nicht haben und wenn wir sie hätten, wäre es in dieser kurzen Spanne Zeit, die uns zur Verfügung steht, überhaupt unmöglich, uns mit irgendwelcher eingehenden Kritik zu befassen. Drittens sind wir nicht genügend competent, ein Urtheil über ein Institut zu fällen, welches auf rein ökonomischen Grundsätzen basiert. Dazu sind wir nicht Fachmänner genug. Aber es sind gegen verschiedene Punkte Einwendungen gemacht worden, zunächst gegen das Wort „Orient". Einige Redner haben vorgeschlagen, das Wort Orient im weitesten Sinne aufzufassen, von anderen wurde es auf Syrien und Palästina beschränkt. Ich möchte einen Vermittlungsvorschlag machen, den wir auf der Warschauer Vorkonferenz besprochen haben, dass die Bank ihre Thätigkeit nur auf diejenigen Länder und nur insoferne ausdehne, als diese mit Syrien und Palästina in directen Handelsbeziehungen stehen. Ich glaube, dieser Vorschlag wird sämmtlichen Anforderungen genügen. Der wichtigste Punkt aber, den wir unbedingt wissen müssen, bevor wir nachhause zurückkehren, ist, in welcher Beziehung das Actionscomite und der Zionistencongress zur Verwaltung der Bank stehen wird. Es ist ungenügend, wenn man sagt, dass der Zionisten- €ongress einen Einfluss auf die Bank ausüben wird. Man muss auch sagen, wie das geschehen wird, wenigstens andeuten, welche Wege und Mittel die Bankconferenz dazu vorgeschlagen hat. Wir werden uns nicht auf eine Kritik dieser Mittel einlassen, aber andeutungsweise möchten wir das erfahren, damit wir beruhigt nachhause kommen und dem Volke sagen können, das ist ein jüdisches Volksinstitut, eine Volksbank. Es geschieht nicht aus Misstrauen, wenn wir diese Forderung stellen. Wir sind fest überzeugt, dass die Bankconferenz die beste Absicht hat, aber kann uns die. Bankconferenz garantieren, dass nach Jahren, wenn nochmals eine Bankconferenz zusammentritt, diese dieselben guten Absichten haben wTird? Solange uns also nicht wenigstens andeutungsweise diese Garantie gegeben ist, können wir unseren Wählern nicht sagen, wir haben da ein Institut gegründet für Euch und nicht bloss für Capitalisten. (Lebhafter Beifall.) Del. Delines spricht russisch. — (Lebhafte Schlussrufe.) Vor. Dr. Herzl: Diejenigen, welche wünschen, dass Herr Aschkenasi Delines seine Rede fortsetze, wollen die Hand erheben. (Wird von Herrn Temkin ins Russische übersetzt.) Bitte um die Gegenprobe. (Nach einer Pause.) Der Congress wünscht nicht, dass Herr Delines seine Rede fortsetze. Das Wort hat Herr Strelisker. Del. Streüsker: Meine Damen und Herren! Bekanntlich hat der grosse Stratege Moltke gesagt: Zum Kriegführen braucht man drei Dinge: Geld, Geld und Geld. Wenn wir auch keine kriegerische, sondern eine friedliche Lösung unserer nationalen Idee herbeisehnen, so