Mannheim
Compact Memory

Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1898-01-01 · 2 (1898) Basel, 28. bis 31. August 1898 · p. Seite 153

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
2 (1898) Basel, 28. bis 31. August 1898
Date
1898-01-01
Page
Seite 153 (sequence 153)
Language
German, English, Hebrew
Belongs to
journal volume
OCR quality
97% known words query
IRI
…/3476254-3476258--0703-3476837
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

— 153 — sich klar auszusprechen, um nicht die Verantwortlichkeit für Unternehmungen zu übernehmen, mit denen man nicht übereinstimmt. Ich wende mich hier an die Delegierten und frage Sie, ob Sie mir gestatten, eine Meinung zu äussern, welche nicht die der Majorität ist; wenn die Erlaubnis mir nicht gegeben wird, verzichte ich aufs Wort. (Fahren Sie fort! Reden Sie!) Die Gründung der Bank ist die Hauptfrage unseres Congresses. Das ist eine Frage von ausserordentlicher Wichtigkeit. Man hat uns ein Project vorgelegt, das als Muster für die Ausarbeitung des eigentlichen Bankprojectes dienen soll; man schlägt uns jetzt vor, eine Commission für die Bankgründung zu wählen. AU dies geschieht mit einer Schnelligkeit, die weit entfernt ist. mit der Wichtigkeit der Frage in Uebereinstimmung zu sein. Man hat ein mächtiges Mittel gefanden, um die Zeit zu kürzen: das ist die Abstimmung en bloc. Ich kann die Abschneidung der Discussion, das Abstimmen en bloc nicht gutheissen, da es sich um den Lebensnerv unserer Bewegung handelt, um die Bank; diese Sache erfordert reifliche Erwägung, gewissenhafte und überlegte Abstimmung; nun, all das ist immöglich., denn es bleibt uns viel zu wenig Zeit. Das ist gewiss, ich bin weder Bancmier noch Finanzmann; auch werde ich mir nicht erlauben, über die technische Seite der zukünftigen Bank zu sprechen; aber es gibt einen Punkt, über den ich unterrichtet bin, über den ich und wir alle unsere Meinung ausdrücken können; dieser Punkt ist die Basis einer Colonialbank, die ideale Zwecke verfolgt; das ist die Beziehung, die zwischen dem Congress und der Bank herrschen wird. Meine absolute Ueberzeugung ist, class der Congress die strenge Abhängigkeit der Bank vom Willen der Vertreter des Volkes sichern soll. Ohne diese Abhängigkeit würde die Bank ihren wesentlichen Zweck verfehlen, cl. h. den Bedürfnissen der Zionssache und nicht denen der Diplomaten und der Finanziers zu dienen. Unglücklicherweise sehe ich, dass es unmöglich ist, diese Abhängigkeit beim gegenwärtigen Congresse zu sichern; weder die Zeit, noch die anderen Umstände gestatten es. Deshalb schlage ich vor: eine Commission zur Ausarbeitung der Statuten der Bank zu wählen; diese Statuten sollen gedruckt an alle zionistischen Gesellschaften (Vereine) zwei Monate vor dem nächsten Congresse vertheilt werden; nur der nächste Congress soll über alle Punkte der Statuten berathen und officiell unsere Colonialbank gründen. (Kach Beendigung seiner Rede Beifall und Zischen.) Tors. Dr. Herzi : Ich bitte nicht zu zischen; man kann wohl applaudieren, aber es ist nicht angemessen, zu zischen, Dd. Dr. Kohan-Bernstein: Der Herr Del. Bouchmil behauptet, dass er nicht im Namen einer Mehrheit der Delegierten spricht, auch nicht im Namen des jüdischen Volkes, behauptet aber, dass manchmal Momente vorhanden sind, wo die Minderheit auch auftreten kann, und dass er indviduell etwas vorbringen muss, was vielleicht dann die Mehrheit annehmen 'omn. Er rechne nicht mit dem Willen des Präsidierenden, sondern weide sich mit der Frage an den Congress, ob er weiter sprechen kcme. Der Congress habe seine Zustimmung gegeben, und da habe er \eiter gesprochen. In seiner weiteren Rede sagte er, er glaube, dass diese Frage die Colonisationsfrage der ganzen Bewegung sei, und class wir darum diese Frage mit besonderem Ernst behandeln müssen. Ein Th eil der Veröffentlichung ist bereits geschehen. Die Statuten wurdn verkündet, er glaubt aber, class die Statuten, welche, nach dem Ermessen einer Privatperson, des Herrn Dr. Bodenlieimer gemacht wurde., für uns nicht massgebend seien; es möge daher eine Besprechung übr dieselben hier stattfinden und eine en etliche Lösung

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.