Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 2 (1898) Basel, 28. bis 31. August 1898
- Date
- 1898-01-01
- Page
- Seite 143 (sequence 143)
- Language
- German, English, Hebrew
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/3476254-3476258--0693-3476827- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
- 143 - liehe Blüte schauen wie in den Tagen Davids und Salomons." (Otto Ankel in der Frankf. Zeitung.) (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Sprenger urtheilt über Babylonien und Mesopotamien, das Hinterland des fraglichen Ländergebietes, wie folgt: „Der Boden ist ein Alluvium von ungeheurer Ausdehnung, durchströmt von Euphrat und Tigris mit ihren zahlreichen Nebenflüssen. Die türkische Wirtschaft hat dies Gebiet durch Verfall der Canalisation zu Sumpf und Wüste werden lassen. Die berühmten Städte sind zerfallen, der Staat verlor eine reiche Einnahme, die sich unter Chosroes auf 751 Millionen Mark belaufen hatte. Die Rentabilität des Bodens kann aber durch Cultur wieder hergestellt werden. Im zehnten Jahrhundert waren 10V2 Millionen Hektar angebauten Landes vorhanden, die sich leicht auf 20 Millionen steigern lassen. Die Macht, welche die Wiedergeburt dieses Landes in die Hand nimmt, wird die Vorhand im westlichen Asien erhalten." Ebenso urtheilt der Ingenieur W. Pressel über Anatolien. Hieraus geht hervor, class auch das Hinterland von Palästina und Syrien mit seinem gewaltigen natürlichen Reichthum durch die Bank nutzbar erschlossen werden könnte. Was nun die Art der seitens der Bank zu fördernden Unternehmungen betrifft, so käme zunächst der Bau von Eisenbahnen in Betracht, die schon an sich eine angemessene Rente verheissen, gleichzeitig aber auch den Boden für künftige industrielle und agriculturelle Unternehmungen vorzubereiten geeignet sind. Eine Aeusserung des Ingenieurs Haskett Smith im „Jewish Chronicle" mag dies ins richtige Licht setzen: „Nach meiner Ansicht wird die Einführung des Eisenbahnsystems in Palästina mehr als etwas die Rückkehr von Juden nach dem Lande ihrer Väter fördern. Längs der Eisenbahnlinien werden auf beiden Seiten Dörfer und Ansiedlungen entstehen, Ackerbau, Handel und Gewerbe werden zweifellos aufblühen und später oder früher wird Industrie, Thätigkeit und Reichthum da zu finden sein, wo heute Degeneration und Niedergang ist. Die Firmans der Eisenbahngesellschaften — ich, mache hierauf besonders aufmerksam — schliessen die Concession zur Besiedlung eines breiten Streifens Land mit ein, und dieses Land wird von den Concession ären für Ansiedlungen von Ackerbauern oder Gründung gewerblicher Institute verwendet werden können. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Wenn die Juden weitsichtig genug sind — sagt Haskett Smith — als die ersten, dieses Land zu kaufen und zu bebauen, ist kein Zweifel, class sie binnen verhältnismässig kurzer Zeit der .zahlreichste und wohlhabendste Theil der Bevölkerung sein werden