Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 2 (1898) Basel, 28. bis 31. August 1898
- Date
- 1898-01-01
- Page
- Seite 141 (sequence 141)
- Language
- German, English, Hebrew
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— 141 - Major Claude Reignier Gonder, der Ihnen ja allen bekannt ist und welcher im Auftrage der Englischen Palästina-Gesellschaft Syrien ein Jahrzent bereiste und geographische Untersuchungen jeder Art anstellte, so viel ich weiss, ist die Karte, die im Saale hängt, hauptsächlich durch seine Arbeit zusammengestellt — schreibt: „Die Kritik, welche sich gegen die Colonisation Palästinas wendet, beweist nur, dass diejenigen, welehe dieselbe zu Papier brachten, niemals im Lande selbst waren, dass sie nicht einmal die Bedingungen des Bodenbaues in anderen Ländern kennen und völlig vergessen, dass ihre Einwände, falls sie auf die Gebiete von Nord- und Südamerika, denen sie doch mit der Sympathie gegenüberstehen, angewandt würden, dort in noch stärkerem Masse gelten würden." Er zählt sodann die Vorzüge Palästinas für die Colonisation auf und fährt fort: „Der vierte Vorzug Palästinas ist der der Fruchtbarkeit. Die in dieser Hinsicht von altersher herrschenden Vorurlheile sind immer noch lebendig, sind aber nur auf das falsche Verständnis von Reisenden zurückzuführen, die in der Regel niemals den besten Theil des Landes besuchten. Es gibt wüste Stätten in Palästina, gerade so, wie es öde Haiden und Stierwälder in England gibt, die für die Cultivierung ungeeignet sind, aber diese bedecken nur einen sehr kleinen Theil des ganzen Landes. Völlig cultiviert würde das Land nicht nur seine Bevölkerung unterhalten, sondern noch viel Getreide zum Export übrig haben, welches leicht mit dem russischen Getreide und dem von Indien concurrieren könnte." Otto Ankel führt in dieser Hinsicht in einer Veröffentlichung vom Jahre 1891 Folgendes aus: „Zahlreiche Beobachtungen einsichtiger Reisender bestätigen, dass im Boden Palästinas wunderbare Kräfte schlummern, die nur der menschliche Fleiss zu wecken braucht, um das Land der Verwahrlosung zu entreissen. Welcher Boden könnte von Natur fruchtbarer und zum Anbau günstiger sein als der von Palästina?..." „So sehr aber auch das eigene Volk des Landes aus Neid gegen den fremden Eroberer und Herrscher, und so sehr die Feinde desselben, deren Zorn so oft diese Stätte der alten Segnungen traf, gegen den inneren Wohlstand derselben gewüthet haben, ist es mir dennoch unbegreiflich, dass nicht blos Spötter und geistige Feinde des Landes, sondern selbst manche frühere Reisende Palästina als eine natürliche Einöde, als einen Boden, der weder vormals noch jetzt zum einträglichen Anbau taugte, in böses Geschrei bringen konnten. Wer die unermessliche Fülle des Pflanzenreichthums am Carmel und am Saume der Wüste, wer die grünenden Gefilde von Esdrelon und in der Jordansaue, die Laubwaldungen am Tabor, wer die Ufer des Tiberias- und Meromsees gesehen, denen nichts fehlt als die anbauende Menschenhand,