Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 2 (1898) Basel, 28. bis 31. August 1898
- Date
- 1898-01-01
- Page
- Seite 123 (sequence 123)
- Language
- German, English, Hebrew
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— 1^23 — fördern; denn der Hauptgrund, weshalb dieses Institut nicht bessere Erfolge aufweisen kann, ist der Geldmangel. Hätte diese Schule solche Beträge zur Verfügung, wie sie für Mittelschulen erforderlich sind, so würde die Schule ganz anders aussehen. Soviel muss man sagen, dass in dieser Schule seitens verschiedener Lehrer grosse Opferwilligkeit an den Tag gelegt wurde, nur um der Idee willen. (Beifall.) Eine Musterschule in gewisser Beziehung ist inEecho w o t h. Alle diese Urtheile spreche ich aus, nachdem ich diese Schulen sehr gründlich beobachtet habe. Ich machte drei- bis vierstündige Besuche und pflegte den Prüfungen aller Classen anzuwohnen. Gegenwärtig gibt es in Palästina 29 Schulen mit 2500 Schülern. In sechs Schulen lehrt man hebräisch und in zwanzig wird die hebräische Sprache beim Unterrichte als eine lebendige behandelt. Das grösste Unglück im Schulwesen ist der Mangel an Einheitlichkeit. Meine Damen und Herren! Ich betrachte den Congress nicht allein als die Stätte, auf der wir nur dasjenige beschliessen sollen, was wir als Bund zu thun haben, sondern als eine Stätte, von der aus wir alles jüdische Leben kritisieren dürfen und so meine ich, es ist nicht ungerecht, wenn ich an die Zionisten und Chowe Zion den Wunsch richte, eine Einheitlichkeit eintreten zu lassen. Nur wenn eine Einheitlichkeit des Programmes, eine Einheitlichkeit der Thätigkeit und eine Einheitlichkeit der Verwaltung vorhanden ist, nur dann ist es möglich, eine wirkliche Schule nach unserem Sinne zu schaffen. Der Hauptgrund, weshalb auch die Schulen in Palästina unseren Erwartungen nicht entsprechen, ist der Umstand, dass die Oberaufsicht in den Schulen in den Rothschild'schen Colonien Mädchen anheimgegeben ist,, die kurze Zeit, ein bis zwei Jahre, ihre Erziehung in Paris genossen haben und nach der Ansicht der dortigen Administration in der Lage sein dürften, die Cultur des Westens in diese Schulen zu bringen. Die meisten Mädchen sind sehr jung und üben einen sehr verderblichen Einfluss aus, so dass selbst gute Pädagogen von ihnen in ihrer Arbeit gehemmt werden. Eine Schule muss ich besonders erwähnen, das ist die Schule Mikweh Israel. So sehr wir die Thätigkeit der Alliance Israelite in Bezug auf die Sprache zu verurtheilen haben, auch in Mikweh Israel, so müssen wir anderseits dieser Schule ein ganz ungewöhnliches Lob zollen und zwar nicht bloss wegen der schönen, grossartigen Anlagen, die man da in der Nähe von Jaffa zu sehen bekommt und die eine Freude für jeden Besucher bilden, sondern auch wegen des Ernstes, mit dem der Ackerbau dort betrieben wird. Unstreitig könnte diese Schule als xAckerbauschule einen ungeheuren Wert haben, und wenn dies noch nicht der Fall ist,