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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1898-01-01 · 2 (1898) Basel, 28. bis 31. August 1898 · p. Seite 119

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
2 (1898) Basel, 28. bis 31. August 1898
Date
1898-01-01
Page
Seite 119 (sequence 119)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
…/3476254-3476258--0669-3476803
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— 119 - Congresses gerade den Colonisten in Palästina genützt hat, das muss man jetzt dort auf Schritt und Tritt beobachten. Die Colonisten sind geradezu lebend geworden, sie haben erst jetzt zu fühlen angefangen, dass es ein Wort in der Welt gibt, die Oeffentlichkeit, und dass sie auch eine Stimme yor der Judenheit besitzen, eine Stimme, die bis dahin verhallt ist. (Lebhafter Beifall.) Viele reden deswegen gedankenlos in den Tag hinein, überall herrscht grosse Missslimmung gegen die Administration. Wir sprechen von der Administration des Baron Rothschild. Meine Herren! Ich will hier eine scharfe Scheidung vornehmen. Administration und Baron Rothschild sind ganz verschiedene Theile. Ich gehöre nicht zu denjenigen, welche etwa geneigt sind, Magnaten Huldigungen darzubringen, ich habe auch nicht die Absicht, es hier auf dem Gongresse gegenüber Rothschild zu thun, aber das muss ich sagen, auf Schritt und Tritt in allen Colonien im Verlaufe aller Unterhaltungen musste ich mich überzeugen, dass es Rothschild selbst ausserordentlich ernst um die ganze Angelegenheit ist, (andauernder lebhafter, sich immer wieder erneuernder Beifall und Händeklatschen) dass er unzweifelhaft dies nicht nur aus idealen Gründen thut, sondern, dass er auch in die gesammten Angelegenheiten der Colonisation wirklich sich hineinzumischen bestrebt. Aber meine Herren! Der Weg von Palästina nach Paris ist weit und wenn man von Paris nach Palästina kommt, wie es auch nächstens sein dürfte, erfährt man eben dasjenige, was man äusserlich zu sehen bekommt und das ist herzlich wenig. Das sind eben nur schöne Colonien. Was die Administration nun anbetrifft, so werde ich mich nicht so günstig über dieselbe äussern. Ich habe nicht die Absicht, ein absolutes Verdammungsurtheil über die gesamm-te Administration des Baron Rothschild zu fällen, ich will sogar ausdrücklich bekennen, dass es Ausnahmen auch in dieser Administration gibt, ich muss aber hinzufügen, dass gerade die besseren Elemente in der Administration am wenigsten Aussicht haben, zu irgend welchem Einfluss zu gelangen. Diese Administration ersetzt ja in gewisser Beziehung die Polizei in den Colonien. Es ist eine eigentümliche Institution, stärker und unangenehmer als die Polizei, ein willkürliches Verfahren und selten ein Interesse für die Sache. Meist sind die Administrations-Angestellten ihrer Aufgabe nicht gewachsen; das ist die grösste Beschuldigung, die gegen sie angeführt werden kann. Aber was schlimmer ist, fast durchwegs nicht zionsfreundlicli. Also meine Herren, in jüdischen Colonien in Palästina sind nicht die Zionsfreunde die Verwalter der Colonien! Es ist ein fremdes Beamtenthurn, das in den schwächeren Colonien selbst über das Eigenthum zu verfügen sich erlaubt. (Hört! Hört!) Nicht die Gesinnung oder Leistungsfähigkeit ist massgebend, sondern meist die Verwandtschaft. Es tritt darum eine Vergiftung der

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