Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 2 (1898) Basel, 28. bis 31. August 1898
- Date
- 1898-01-01
- Page
- Seite 104 (sequence 104)
- Language
- German, English, Hebrew
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— 104 — Man kann sagen, dass der Himmel und die Sonne den fruchtbarsten Th e il P a 1 ä s ti n a s bilden. Nur dank den klimatischen Verhältnissen ist Frucht aus Steinen und Sand hervorgebracht" worden. Aber man täusche sich, nicht: es gibt Länder striche, auf die nicht einmal der palästinensische Himmel einwirken kann, z. B. wo die Steine, an denen Palästina ausserordentlich, sagen wir, zu reich ist, in geschlossener Masse den Boden bedecken. Wer in Palästina umherreist, kann oft den schroffen Uebergang von wüster Gegend zu paradiesischer Schönheit und blühenden Gärten bewundern. So sticht die nähere Umgebung Jaffas von der, entfernteren grell ab. Es ist, wieRussegger schon vor 60 Jahren schrieb, eine üppige, wildkräftige Vegetation. Es ist ein Dickicht von Feigen, Orangen- und Citronenbäumen, die unter der Last ihrer goldenen Früchte sich beugen; mitten im lebendigsten Grün glüht die brennendrothe Blüte des Granatbaumes; die Farbenpracht dieser Gärten gleicht tropischen Bildern. Diese berühmten Bajaren befinden sich im Besitze der Araber, welche noch immer keine europäische Pflege anwenden. Die Sümpfe tragen viel dazu bei, einen solchen Reichthum der Natur zu schaffen, aber in allen solchen Fällen leuchtet es ein, was das Land, das eine wunderbare Mannigfaltigkeit der Naturproduete bietet, bei gross angelegter Bewässerung werden könnte. Die deutschen Colonien bilden ebenso, wie die jüdischen, geradezu Oasen. Mit Recht nimmt man an, dass jene Gegenden wüst sind, weil sie nicht liinreichend cultiviert sind, weil noch nicht einmal der Versuch einer rationellen Gultivierung gemacht wurde, da wir den Beweis haben, dass aus Sand. Wein gemacht worden und in wüsten Ortschaften Oliven und Maulbeerbäume emporgewachsen sind. Aber zu gleicher Zeit konnten wir erfahren, dass verschiedene Versuche in einzelnen Colonien fehlgeschlagen sind, da sich der Boden als nicht ergiebig erwiesen; selbst mehrfache Experimente mit CulturWechsel haben nichts gefruchtet. Als zuni Theil jahrhundertelange nicht bebautes, deshalb auch nicht erkanntes Land ist es häufig launisch und schafft nicht selten Enttäuschungen. Die Oede und Verwüstung rufen oft ein beklemmendes Gefühl hervor, aber dieses verschwindet beim Anblick einer europäischen Ansiedlung. Wunder der Natur und der Gulturarbeit bildet die Verwandlung des Sandes von Rischon-Lezion und der Steine von Samarin in prangende Weinpflanzungen. Zukünftiges Studium wird uns lehren, wie weit solche Verwandlungen möglich. Wenden wir uns von der Betrachtung des Landes ab und richten wir unsere Aufmerksamkeit auf die jüdische Bevölkerung. Wie alt ist sie? ■ ■ * Seitdem das jüdische Staatswesen zerstört worden, haben die Juden immer wieder Versuche gemacht, sich in ihrer alten Heimat anzusiedeln. Ihr actives Heldenthum war erstickt, nachdem