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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1898-01-01 · 2 (1898) Basel, 28. bis 31. August 1898 · p. Seite 103

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
2 (1898) Basel, 28. bis 31. August 1898
Date
1898-01-01
Page
Seite 103 (sequence 103)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
…/3476254-3476258--0653-3476787
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— 103 — allen diesen Vorgängen thatenlos zuschaut. Die englische und französische Sprache ringen miteinander um die Herrschaft, während die anderen Kirchen direct darauf ausgehen, materielle Güter im Lande zu erwerben; ländliche Colonien im vollen Sinne des Wortes haben nur die Deutschen in der Nähe von Jaffa, Haifa, Rephaim geschaffen und bilden darum ein nicht unbeträchtliches, ansässiges Element in den Gentren, wo sie auch Geschäfte betreiben, Hotels besitzen u. s. w. Die französische Kirche bemüht sich, katholische Dörfer von Eingeborenen zu gründen und zu stützen. So ist Palästina der Jetztzeit ein buntes Gemisch von Wildheit und Touristen- und Pilgercultur, von Europa in seinen Formen, aber nicht in seinem -Wesen beeinflusst, von keinem Elemente völlig beansprucht. Eine vollständig richtige Statistik über Einwohnerzahl ist bis jetzt nicht vorhanden. Man muss zugestehen, dass die Dichtigkeit der Bevölkerung nicht dazu beiträgt, den Besucher Palästinas in eine freudige Stimmung zu versetzen. In ganzen Länderstrichen sind fortwährend grosse arabische Dörfer anzutreffen, und es ist eine feststehende Thatsache, dass die fruchtbarsten Gegenden unseres Landes von Arabern besetzt sind, so auch die vielgerühmte Tesreelebene, welche auf ^uge und Gemüth einen wunderbaren Eindruck macht. Die gewöhnliche Angabe, die aus amtlichen Berichten zusammengesetzt ist, geht dahin, dass Palästina höchstens 650.000 Personen beherbergt, doch ist diese Zahl zweifelhafter Natur. Was die Grösse des ehemaligen Palästina anbetrifft, so umfasst die englische Karte des Westjordanlandes einen Flächenraum von 19.010 Quadratkilometern, während das Ostjordanland sicherlich ein Drittel des Landes bildet, so dass man mit Recht von einem Gebiet von beinahe 30.000 Quadratkilometern sprechen kann, das wegen des gebirgigen Bodens in Wirklickeit grösser gerechnet werden kann. Indess haben ja die Grenzen des biblischen Palästina oft gewechselt, so dass eine Zeit auch Damaskus den Juden gehörte, ebenso Philistäa, wo ein Theil der jüdischen Colonien sich befindet. Was ganz Syrien anbetrifft, so soll die Gesammtzahl der Einwohner sich auf 2V2 bis 23/4 Millionen belaufen, d. h., bei circa 280.000 Quadratkilometer 9 Percent Seelen auf dem Quadratkilometer (gegen 96 in Deutschland und 196 in Belgien). Es ist nicht meine Aufgabe, über die Fruchtbarkeit des Landes zu sprechen. Noch dürfte bislang selbst von den in der Golonisation Thätigen, niemand ein abgeschlossenes Urtheil über das ganze Land fallen dürfen. Dazu ist ein specielles, unseren Verhältnissen und Forderungen angepasstes Studium vonnöthen, aber eine subjective Stimmung sei gestattet: Für mich war Palästina das Land der Wunder, die Fruchtbarkeit ist an manchen Stellen ebenso erstaunlich, wie die Dürre des Bodens an anderen.

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