Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 2 (1898) Basel, 28. bis 31. August 1898
- Date
- 1898-01-01
- Page
- Seite 102 (sequence 102)
- Language
- German, English, Hebrew
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- 102 — das waren meistens Aeusserungen bestimmter Gefühle, durch den Glauben hervorgerufen. Jeder Stein rief Hallucinationen hervor und versetzte die Menschen in die Traumwelt. Welchen Wert gerade Träume auch bei unserer historischen Arbeit haben, wissen wir wohl, da wir doch auch immer mit seelischen Stimmungen rechnen, aber für unsere praktische,- Thätigkeit und unseren Unternehmungssinn haben nur jene Forschungen eine gewisse Bedeutung, die seit Mitte dieses Jahrhunderts begonnen, da sie iheilweise auch die geologische und meteorologische Seite berücksichtigt. -' ■ Seit den Fünfziger Jahren hat sich das Interesse verschiedener Länder Palästina zugewandt, meistens von bestimmten Gesellschaften ausgehend. Zuerst von Frankreich her, das seit Napoleonsabenteuerlichem Zug nach Palästina, an welchem auch zählreiche Forscher theilgenommen, eine besondere Aufmerksamkeit den heiligen Stätten schenkt und im Orient den Katholicismus vertritt,, alle katholischen Bestrebungen wahrnehmend. Sodann kommen. England, Deutschland und Russland. Immer sind es von vornherein religiöse Gesichtspunkte, welche die betreffenden Gesellschaften, veranlasst, in Palästina Einfluss zu suchen, aber allmählich bildeten sich Machtbestrebungen heraus; die Volksmassen allerdings blieben ihnen fern. Die Literatur über diesen Gegenstand ist ins Ungeheure gewachsen, die wissenschaftliche Form hat die kirchliche verdrängt. Einzelne Personen waren es anfangs, die das Land zu erforschen begannen, Forscher wie Ritter, Robinson, Seetzen, Lusner, Tobler u. a. widmeten sich dieser Thätigkeit. In den Sechziger Jahren trat eine Wendung ein, Gesellschaften wurden gegründet, um das Gebiet bis aufs genaueste zu erforschen, vor allem die berühmte englische, welche in zahlreichen Arbeiten veröffentlicht und, wie Ankel sich ausdrückt, das bedeutendste geleistet hat, was je in. systematischer Erforschung eines aüssereuropäischen Landes geschehen ist. Nachher kommen der deutsche Palästinaverein und die orthodoxe Gesellschaft, welche Mittheilungen und Sämmelbücher herausgeben. Die Vertreter einer Nation beschuldigen häufig die Vertreter der anderen, dass sie neben wissenschaftlichen und kirchlichen noch andere Gedanken hegen — und diese Gegenseitigkeit ist unser Trost. Eine bibliographische Zusammenstellung für das Jahr 1894 konnte 516 Werke und Aufsätze über Palästina aufweisen, wovon allerdings nur ein Bruchtheil wissenschaftlichen Charakter tragen. England suchte durch seine wissenschaftliche Gesellschaft den französischen Einfluss zu stören, Deutschland gründete in aller Ruhe Golonien, während Russland möglichst viele kirchliche Niederlassungen und Hospize stiftete. Man braucht nur einen Blick in das gegenwärtige Palästina zu thun, um sich zu überzeugen, dass das Land ein Kampfobject der verschiedenen Kirchen bildet, während -die türkische Regierung-